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nordwest-zeitung

Coach Anja Marowsky aus Wildeshausen „Structogram“ als Hilfsmittel für gelingende Fusion

Imke Harms

Wildeshausen - Der Lieblingskollege kommt aus seinem Büro und vermittelt ein gutes Gefühl. Das wird ein guter Tag. Nächstes Büro. Der Chef. Puh, Luft anhalten, nicht auffallen. Eigentlich ist nichts vorgefallen, aber in seiner Gegenwart fehlt einfach der Wohlfühlfaktor. Doch woran liegt das? Mit welchen Menschen passt es, wo reibt es immer wieder?

Anja Marowsky aus Wildeshausen hat auf solche Fragen jetzt eine Antwort. Sie ist als Coach für das Persönlichkeitsmodell Structogram bei der neu fusionierten VR-Bank Oldenburg Land angestellt und schult jetzt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Hilfe bei der Fusion

Der Fusions-Prozess ist noch nicht abgeschlossen und neben den Herausforderungen, die Technik und einzelne Produkte auf ein und denselben Stand zu bringen und die Programme zu vereinheitlichen, gilt es auch, aus den nun 190 Kollegen ein funktionierendes Team zu bilden. Da kommt Anja Marowsky ins Spiel. Zu Beginn des Jahres hat sie bei Structogram Deutschland in Kassel ihr Zertifikat zur Structogram-Trainerin erworben.

Was ist das, dieses Structogram?

Die Methode Strucogram ist ein Persönlichkeitsmodell zur Verbesserung der Kommunikation. Etwa 1,5 Millionen Menschen wurden schon mit ihr geschult. Das Modell ist naturwissenschaftlich belegt durch Erkenntnisse der Neurowissenschaften, Verhaltensgenetik und Molekularbiologie.

Das Konzept beruht darauf, dass das menschliche Hirn in drei Bereiche zu gliedern ist: Stammhirn (im Structogram grün), das Zwischenhirn, oder das limbische System (rot) und das Großhirn (blau). Diese drei verschiedenartigen Gehirne arbeiten zusammen, dennoch hat jeder Mensch eine ganz individuelle Verteilung der einzelnen Bereiche.

Ziel ist es, durch das Structogram genaue Kenntnis der Persönlichkeitsstruktur zu erlangen und eigene Stärken und Begrenzungen zu erfahren. Auch soll die Methode dazu befähigen, andere Menschen besser einzuschätzen und das Zusammenleben zu vereinfachen.

Modell aus Amerika

Und darum geht’s: Structogram ist das Konzept eines amerikanischen Hirnforschers, der herausgefunden hat, dass die drei Teile des Gehirns (Stammhirn, Zwischenhirn und Großhirn) für verschiedene Bereiche zuständig sind – denen hat er jeweils Farben zugewiesen. Das Programm wirbt damit, eigene Stärken und Begrenzungen zu erfahren – und somit auch andere Menschen besser einschätzen zu können. „Ich selbst bin vor zehn Jahren in Kontakt mit Structogram gekommen und war total geflasht“, berichtet Marowksy. Mit Hilfe von zehn Fragen sei eine Persönlichkeitsanalyse ziemlich einfach – und gleichzeitig sehr zuverlässig. „Im Lebensalter zwischen 20 und 60 bleibt das Structogram sehr stabil, hat höchstens einzelne Punkte Abweichungen“, weiß sie aus Erfahrungen. Sie kennt ihre eigenen Stärken – „und meine Begrenzungen liegen im blauen Bereich“, erzählt sie offen und muss lachen.

Blau steht im Structogram für rationales, systematisches Denken sowie planendes und vorausschauendes Handeln. Grün steht für die Erfahrungen, Instinkte und Gefühle einer Person, der rote Bereich gibt Auskunft über die impulsive, dynamische Seite eines Menschen. „Und jeder Mensch trifft seine Entscheidungen mit seinem individuellen Zusammenspiel aller Gehirnteile“, geht Marowsky ins Detail.

Ergebnis ohne Wertung

Wichtig: „Es gibt kein gutes oder schlechtes Structogram. Die Ergebnisse sind ohne Wertung. Sie determinieren unser Verhalten jedoch nicht allein: „Wir werden natürlich auch durch unsere Eltern, die Erziehung, unsere Erfahrungen geprägt“, macht die Trainerin deutlich und fügt hinzu: „Es ist ein Modell. Es kann bieten, was ein Modell eben bieten kann: eine Orientierung.“ Sie lächelt: „Aber ich muss schon sagen, es passte bisher immer. Es hat niemand gesagt, dass er oder sie mit dem Ergebnis nichts anfangen kann.“

Sie habe bei dem Coaching ein Ziel vor Augen: „Ich möchte ein kleines Mosaiksteinchen dazu beitragen, dass diese Fusion erfolgreich verläuft und dabei helfen, die Kommunikation untereinander zu erleichtern.“ Wöchentlich schult Marowsky derzeit die Belegschaft. „Dabei sitzt jemand aus dem Vorstand neben einer Beraterin, jemand aus dem Service neben jemandem aus der Geschäftsführung, die Kollegin aus Wardenburg neben dem Kollegen aus Wildeshausen – und das ist eine riesige Bereicherung“, beschreibt sie ihren Eindruck.

Noch bis Januar beschäftigt sich Marowsky mit dem Structogram-Konzept, dann geht es weiter mit dem Triogram: „Da lernen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen mehr über die Persönlichkeit anderer und wie man sie am besten einschätzen kann.“ Das sei auch von unschätzbarem Wert für Führungskräfte. „So weiß ich, wie mein Team tickt.“

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