Wildeshausen - Bernhard Neteler ist empört. Nicht über die Erweiterung des Wildeshauser Kreishauses, die ihn als Anwohner persönlich betrifft. Ihn ärgert, dass die dafür Verantwortlichen die betroffenen Bürgerinnen und Bürger jetzt, in Zeiten von Corona, zu zwei Informationsveranstaltungen eingeladen haben. „Alle anderen Veranstaltungen wurden abgesagt. Die Leute in dieser Zeit zu einer Zusammenkunft einzuladen, finde ich unmöglich“, so der 82-Jährige, der sich auf keinen Fall mit dem Coronavirus infizieren will.
Die Infoveranstaltungen
Die erste Veranstaltung findet am kommenden Dienstag, 10. November, im Rahmen der Sitzung des Bau-, Straßen- und Brandschutzausschusses in der Sporthalle des Gymnasiums Wildeshausen statt. Die zweite Zusammenkunft soll am 20. November in der Musikschule des Landkreises Oldenburg abgehalten werden.
Neteler wünscht sich jedoch eine Verschiebung, da er sonst aufgrund der aktuellen Corona-Situation nicht an den Veranstaltungen teilnehmen werde. „Wenn die Anwohner zu Wort kommen sollen, sollte man auch auf sie Rücksicht nehmen“, sagt der Wildeshauser. Dies geschehe in seinen Augen jedoch nicht.
Deshalb vermutet Neteler, dass die Meinungen der Anwohner nicht wirklich zählen würden. Dies habe der 82-Jährige nach eigener Aussage auch einem Mitarbeiter des Landkreises am Telefon mitgeteilt. „Als diesem die Argumente ausgingen, hat er einfach aufgelegt“, so der Wildeshauser.
Das sagt der Landkreis
Auf Nachfrage unserer Redaktion teilte Oliver Galeotti, Pressesprecher des Landkreises, mit, dass eine Verlegung der Veranstaltungen nicht geplant sei. „Alle Veranstaltungen finden in ausreichend großen Räumen statt. Die Hygienemaßnahmen werden eingehalten und in dem Einladungsschreiben wird darum gebeten, dass nur eine Person pro Haushalt teilnimmt“, so Galeotti. Eine Verschiebung würde außerdem die weiteren Bauplanungen hinauszögern.
Mit dem Mitarbeiter, mit dem Neteler telefoniert hat, habe Galeotti ebenfalls Rücksprache gehalten. „Als das Gespräch hitziger wurde, hat er sich verabschiedet und dann aufgelegt. Aus unserer Sicht ist das Gespräch vernünftig beendet worden.“
