Wildeshausen - Zwei weitere große regionale Sportverbände haben am Dienstag aufgrund der Corona-Pandemie die „weiße Flagge“ gehisst, was die laufende Saison angeht: Sowohl der Tischtennis-Verband Niedersachsen (TTVN) als auch der Tennisverband Niedersachsen/Bremen (TNB) erklärten den Abbruch des Punktspielbetriebs im Erwachsenenbereich.
Tischtennis
Der TTVN hat den Punktspielbetrieb in allen niedersächsischen Spielklassen im Erwachsenenbereich mit sofortiger Wirkung abgebrochen. Die Saison wird annulliert und für ungültig erklärt. Es gibt keinen Aufsteiger, keinen Absteiger, keine Relegation und keine zurückgezogenen Mannschaften. Bereits Anfang des Monats hatte sich das Präsidium mit den Vorsitzenden der Kreis-, Regions- und Bezirksverbände ausgetauscht. Dabei sprach sich eine überwältigende Mehrheit für einen umgehenden Abbruch der Saison aus.
Präsident Heinz Böhne sagte: „Angesichts der zur Verfügung stehenden Zeit und der großen Unsicherheiten hinsichtlich der pandemischen Entwicklung halten wir es für richtig, die Saison abzubrechen.“ Dr. Dieter Benen (Vizepräsident Wettkampfsport) ergänzte: „Die Situation im Land stellt sich sehr heterogen dar. Während in einigen Teilen die Einfachrunde schon recht weit fortgeschritten war, haben in anderen Regionen einzelne Mannschaften noch kein einziges Spiel bestritten.“
Alle Mannschaften von der Kreis- bis zur Verbandsebene erhalten in der kommenden Spielzeit 2021/2022 das Startrecht in der Liga, der sie zu Beginn der Saison 2020/21 zugehörig waren.
Ausnahmen gibt es noch für die Nachwuchsspielklassen und den Seniorenspielbetrieb. In beiden Altersgruppen besteht aufgrund kleinerer Gruppengrößen als bei Damen und Herren die Hoffnung auf eine Austragung aller noch offenen Spiele. Die dazu erforderlichen Entscheidungen werden Anfang April getroffen. Bis dahin wird in den beiden Altersgruppen die Unterbrechung des Punktspielbetriebs zunächst fortgesetzt.
Neben dem abgebrochenen Mannschaftsspielbetrieb im Erwachsenenbereich werden auch die Landesindividualmeisterschaften der Damen/Herren und Nachwuchsklassen nicht nachgeholt. Lediglich für die Senioren bleibt ein Hintertürchen offen. Dazu Ressortleiter Hilmar Heinrichmeyer: „Der DTTB plant die Durchführung der Nationalen Seniorenmeisterschaften im Juli. Wir haben von zahlreichen Aktiven die Rückmeldung erhalten, dass sie sich gerne auf sportlichem Weg für die Veranstaltung qualifizieren möchten. Falls es die Regelungen des Landes Niedersachsen zulassen, würden wir die Landesindividualmeisterschaften der Seniorenklassen im Juni durchführen wollen.“
Heinz Böhne machte deutlich, dass der Verband sich ab sofort voll darauf konzentrieren werde, die Vereine bei der Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes bestmöglich zu unterstützen. Er betonte: „Durch die Erfahrungen nach dem ersten Lockdown und die dabei entwickelten Hygienekonzepte sind wir zuversichtlich, einen Blitzstart hinlegen zu können, sobald es die Pandemiesituation erlaubt.“ Viel wird davon abhängen, so Böhne weiter, ob die meist in kommunaler Trägerschaft befindlichen Hallen zügig öffnen. Hier hofft Böhne auf die Unterstützung des Landes und des Landessportbundes.
TTVN-Geschäftsführer Heinz Löwer kündigte an, dass man dabei sei, einen „alternativen“ Mannschaftsspielbetrieb zu konzipieren, der es interessierten Spielerinnen und Spielern ermöglicht, die tischtennisfreie Zeit vor den Sommerferien zu überbrücken. Darüber hinaus biete die TTVN-Race Turnierserie eine gute Möglichkeit, sich fit zu halten und wertvolle Wettkampfpraxis zu sammeln. Das TTVN-Race, offene Turniere und Ortsentscheide der mini-Meisterschaften sollen wieder starten, sobald es die Regelungen des Landes Niedersachsen und die pandemische Entwicklung zulassen.
Tennis
Das Präsidium des TNB hat in einer kurzfristig einberufenen Videokonferenz auf Empfehlung der Sportkommission nach den Punktspielen der Altersklassen nun auch die Punktspiele der Winterrunde der Damen und Herren 2020/2021 endgültig abgesagt.
„Die Verlängerung des Lockdowns und die Unsicherheiten über diesen Zeitpunkt hinaus haben uns keinen Spielraum mehr gelassen“, bedauerte der TNB-Vizepräsident Wettkampf- und Mannschaftssport, Jörg Kutkowski. „Natürlich wissen wir, dass viele unserer Spieler gerne noch Punktspiele absolviert hätten, aber die Termine wären einfach zu weit in die nahende Sommersaison gerückt.“ Wesentlich beeinflusst hat die Entscheidung auch die Vorgabe des Bundesverbandes DTB, die Spiele nicht LK-relevant zu werten. Begründet ist dieses durch die Tatsache, dass in anderen Bundesländern die Hallen komplett geschlossen sind. „Wir sind somit dankbar, dass in Niedersachsen und Bremen die Trainer weiterhin arbeiten können und man wenigstens im Einzel sportlich aktiv sein kann“, so der TNB-Präsident Raik Packeiser.
Der Verband hat, wie auch schon im Sommer, stets versucht auf die aktuelle Situation zu reagieren. So wurden mehrfach die Staffeleinteilungen und Spielpläne angepasst. Da gerade in diesen Zeiten dieser Aufwand sehr hoch ist und auch Kosten verursacht, kann die Mannschaftsmeldegebühr nicht erstattet werden.
