Wildeshausen - Mit dem Kauf der Villa Knagge durch den Wildeshauser Immobilieninvestor Helmut Müller keimte neue Hoffnung, dass endlich wieder Leben in das denkmalgeschützte Gebäude kommt. Doch keine vier Monate später ist bei dem 73-Jährigen Ernüchterung eingekehrt. „Ich stelle bis auf Weiteres jede Aktivität in Sachen Villa Knagge ein.“ Müller vermisst bislang die nötige Unterstützung aus dem Stadthaus und aus dem Kreishaus. Bislang sei in der Öffentlichkeit stets der Eindruck vermittelt worden, dass Stadt und Landkreis großes Interesse am Erhalt der Villa Knagge hätten. Entsprechend seien Fördergelder zur Sanierung des Denkmals in Aussicht gestellt worden. Erste Gespräche seien aber nicht gerade vielversprechend gewesen, so Müller.
Ohne Resonanz
Seine ersten Ideen, die Villa Knagge inklusive Seminarhaus entsprechend dem Bebauungsplan für soziale oder kulturelle Zwecke zur Verfügung zu stellen, seien auf keine Resonanz gestoßen. Der Wildeshauser hatte dabei unter anderem an ein Domizil für den Bürger- und Geschichtsverein, den Zweckverband Naturpark Wildeshauser Geest, an ein Gildehaus oder ein Haus der Geschichte gedacht. Als Vergleich nennt er das sanierte Stellwerk in Ahlhorn, in dem nun der Monumentendienst beheimatet ist.
Inzwischen stellte Müller einen Antrag auf Änderung des Bebauungsplans. Dadurch soll dort Wohnen ermöglicht werden. Ferner möchte der Immobilieninvestor das Seminarhaus für Veranstaltungen inklusive Gastronomie vermieten. Nächste Woche Mittwoch, 7. Oktober, steht das Thema auf der Tagesordnung des Ausschusses für Stadtplanung, Bau und Umwelt. Für eine Änderung eines Bebauungsplanes geht laut Müller etwa ein Jahr ins Land. „Deshalb kann ich jetzt noch nicht sagen, was mit der Villa Knagge passiert.“ Wohnen sowie nicht störendes Gewerbe hält der Immobilienfachmann für eine denkbare Lösung. So habe kürzlich jemand das Seminarhaus für Wohnzwecke kaufen wollen. Mit dem Erlös habe Müller die Sanierung der Villa auf den Weg bringen wollen.
6000 Quadratmeter
250 000 Euro plus Gebühren habe er für das knapp 6000 Quadratmeter große Gelände mit der sanierungsbedürftigen Villa, dem Seminarhaus und dem Gärtnerhaus bezahlt. „Der Monumentendienst hat die Villa unter die Lupe genommen“, so Müller. Die Sanierungskosten beziffert er auf 2,5 Millionen Euro Die Villa wurde 1852 errichtet. Das Gärtnerhaus sei abbruchreif. Nur das vor zehn Jahren sanierte Seminarhaus sei in einem guten Zustand.
Verkauft wurde die Immobilie an der Ahlhorner Straße 10 von der Stiftung Johanneum und der katholischen Kirchengemeinde Sankt Peter.
