Wildeshausen/Dötlingen - Das Jahr 2020: Die Nabu (Naturschutzbund)-Ortsgruppe Dötlingen-Wildeshausen lässt es mit gemischten Gefühlen hinter sich. Auf der einen Seite sei die Ortsgruppe „gebeutelt und enttäuscht“, dass sie coronabedingt bestimmte Aktionen in direktem Kontakt mit Menschen nicht umsetzen konnte. „Andererseits gesellt sich Zufriedenheit dazu“, sagt Wolfgang Pohl vom Nabu. Zufriedenheit darüber, was die Ortsgruppe geschafft hat. Ein Ziel möchte sie aber noch erreichen: ein Storchenpaar nach Wildeshausen locken.
Kein Paar seit 80er-Jahre
Im Rahmen des „Kläranlagen“-Projekts sind dazu im November Vorbereitungen getroffen worden: Matthias Schnieder, Leiter der Kläranlage in Wildeshausen, hat das metallene Rad mit einem Durchmesser von circa 1,50 Meter geschweißt. Die Nabu-Mitglieder Pohl, Willy Zerhusen und Dr. Volker Kuhlmann kümmerten sich um das Weidengeflecht, das auf das Rad gesetzt wurde. Die Stadt stellte laut Pohl einen 11,5 Meter hohen, ausrangierten Laternenmast zur Verfügung, auf dem das Nest ab Frühjahr thronen wird. „Und dann schauen wir mal. Seit den 80er-Jahren haben wir hier kein stationäres Storchenpaar mehr“, ergänzt Pohl.
Willy Zerhusen habe bei sich zuhause in Ostrittrum zwar im Frühjahr zunächst Glück gehabt: Ein Storchenmännchen sei im dort aufgebauten Nest gelandet – allerdings wieder verschwunden. Zudem seien Störche in der Welgenmarsch gesehen worden.
Das „Kläranlagen“-Projekt wird von der Bingo-Umweltstiftung mit 2400 Euro gefördert – und dieses Geld wird genutzt. Demnächst sollen vier Eulenkästen auf dem Gelände der Kläranlage angebracht werden, „für Ende Februar ist eine große Lieferung an Nistkästen zu erwarten“, ergänzt Pohl. Insgesamt sollen es dann mehr als 100 Nistkästen sein.
„Kleine Glücksgefühle“
Während das Anlocken von Störchen noch zum Erfolg werden soll, blickt Pohl zufrieden auf 2020 zurück: „Da wäre die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Stadt Wildeshausen mit Blick auf die Kläranlage, den Waldlehrpfad und das Arboretum – das sind die kleinen Glücksgefühle, die aufkommen.“ Gemeinsam aktualisieren Nabu und Stadt den 1977 eingeweihten Waldlehrpfad in der Lehmkuhle. Entstehen soll so ein Walderlebnispfad, der auch das benachbarte Arboretum mit einschließt. Positiv hebt Pohl auch die Baumreihe an der Iserloyer Straße in Hockensberg hervor, die für die Erschließung des geplanten Gewerbegebiets umgebaut wird: Der Großteil der Buchen soll erhalten bleiben.
