Wildeshausen/Düngstrup - Wolfgang Hogeback dreht das schwarze Rädchen am Funkgerät. Ein englischsprechender Mann ist zu hören. „Amerikaner“, sagt Hogeback. Das erkennt der 65-jährige Düngstruper nicht etwa am Akzent, sondern an einem Buchstaben. W, das steht für die USA. Hogeback ist Amateurfunker. Anlässlich des Welttags des Radios an diesem Mittwoch, 13. Februar, hat unsere Zeitung ihm über die Schulter geschaut.
Seit Anfang der 70er-Jahre ist er Amateurfunker. Er kann über Funkgeräte, zum Teil selbst zusammengebaut, mit Menschen weltweit Kontakt aufnehmen sowie Gespräche anderer Amateurfunker mithören. „Man braucht dafür eine Berechtigung und muss bestimmte Fähigkeiten nachweisen, um sicherzugehen, dass kein Blödsinn damit gemacht wird“, erklärt Hogeback.
Die Begeisterung des Düngstrupers hat in jungen Jahren angefangen: Von einem Freund hatte er ein Radio-Bastelbuch bekommen. Radios auseinander- und wieder zusammenbauen gehörte fortan zu seinem Hobby. In seinem Elternhaus in Düngstrup baute er schließlich aus einer Zigarrenkiste „und höchstens 20 Bauteilen“ ein Funkgerät. Ob das Gerät funktionierte, testete er mit Freund Hartmut Frensel, der Anfang 2018 verstorben ist. „Ich glaube, ich war 13 oder 15“, schätzt Hogeback. Von Frensels Elternhaus aus, in der Bergstraße in Wildeshausen, gingen sie auf Sendung. „Wir waren aber kein Piratensender“, betont Hogeback. Er verbucht das Jahr eher unter dem Stichwort Experimente. „Wir haben’s probiert, haben gefunkt und fanden’s toll“, beschreibt es Hogeback heute. „Wir hatten vielleicht eine Reichweite von 100 Metern.“ Ein bestimmtes Programm verfolgten sie nicht, sie plauderten einfach drauf los. Sie hätten dann aber doch Angst gehabt, vom Funkmessdienst erwischt zu werden. „Danach haben wir es gelassen.“
Das Interesse an Radio und Funk aber ist geblieben: Hogeback machte eine Ausbildung zum Fernmeldehandwerker bei der Deutschen Bundespost, studierte anschließend Nachrichtentechnik.
„Man muss es spannend finden“, sagt er über sein Hobby. Und Geduld: An einem seiner Funkgeräte hat er beispielsweise zehn Jahre lang gearbeitet. „Es machen aber nicht mehr viele. Heutzutage geht es alles übers Handy und Internet.“ Dabei findet er: Wenn über Funkkontakt Stimmen eingefangen werden, ist das Erfolgserlebnis viel größer. Gut 500 Funkbestätigungskarten hat der Düngstruper bisher gesammelt: Diese Karten tauschen untereinander Amateurfunker aus, wenn sie erfolgreich miteinander Kontakt aufgenommen haben. Radio hört Hogeback übrigens auch im Alltag. „Morgens, beim Frühstück.“
