Wildeshausen - Ob Vögel, Hummeln, Schmetterlinge, Blumen oder Libellen: Alles, was der Wildeshauserin Lisa Fritsche in der Natur vor die Linse kommt, wird fotografiert. Die Bilder werden an die Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems geschickt. Denn die 58-Jährige ist ehrenamtlich als Fotografin rund um Wildeshausen im Einsatz.
Angefangen hat alles vor rund 25 Jahren, als die gelernte Fleischereifachverkäuferin hobbymäßig als Hochzeitsfotografin gearbeitet hat. „Das ist irgendwann etwas eingeschlafen“, sagt die jetzige Mitarbeiterin in einem Baumarkt. Doch dann kam die Corona-Pandemie und Fritsche dachte sich: „Ich krame die Kamera raus und versuche es noch mal“, sagt die Wildeshauserin, und weiter: „Jetzt möchte ich es nicht mehr missen.“ Aber nur zum Spaß zu fotografieren, das reichte der 58-Jährigen wiederum nicht und weil sie sich gerne ehrenamtlich engagiert, meldete sich Fritsche bei Thorben Kienert von der Freiwilligenagentur Wildeshausen. In einem Gespräch machte Kienert die Wildeshauserin dann auf die Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems aufmerksam.
Viel Geduld nötig
Seit April ist sie für die Schutzgemeinschaft unterwegs und fotografiert die Natur rund um Wildeshausen. Dabei führte sie ihre erste Tour an die Hunte, wo sie Vögel, Blumen, Schmetterlinge und Hummeln fotografierte. Einzige Voraussetzung: Orte finden, wo der Mensch noch nicht in die Natur eingegriffen hat. „Zum Beispiel kein Bach, wo ein Steg drüber geht“, sagt Fritsche.
Die größte Herausforderung sei, die Geduld zu wahren. „Wenn ich die Hummel nicht scharf fotografiert bekomme, stehe ich da auch mal 15 Minuten“, sagt Fritsche und fügt hinzu: „Unter drei Stunden komme ich nicht nach Hause und habe dann rund 200 Bilder.“ Es kann auch vorkommen, dass die Schutzgemeinschaft Fritsche beauftragt, einen bestimmten Ort zu fotografieren. Die eingeschickten Bilder werden im Anschluss von der Schutzgemeinschaft archiviert und zum Beispiel für deren Internetauftritt, Merkblätter oder Pressemitteilungen verwendet.
Entspannung pur
Die Zeit und Mühe, die Fritsche investiert, wird auch immer wieder belohnt. Wie kürzlich, als sie Blauflügel-Prachtlibellen fotografierte. „Es ist unheimlich schön, die Tiere vor der Kamera zu haben, weil man sie nicht so oft sieht“, sagt die Hobby-Fotografin. Und auch sonst genießt Fritsche die Zeit in der Natur, weil sie dort entspannen und den Kopf frei kriegen kann. Nur eine kleine negative Folge hat das Engagement: „Wenn ich mit meinen Kindern oder Enkelkindern spazieren gehe, etwas sehe und meine Kamera nicht dabei habe, ärgere ich mich ab und zu. So fixiert ist man da schon“, sagt die 58-Jährige mit einem Lachen.
