Wildeshausen - Es ist schon mehr als drei Jahre her, aber viele Besucher von damals werden sich noch gut an diesen Septemberabend 2017 erinnern: wie sie beim Auftakt der Landpartie „Genuss am Fluss“ an der Herrlichkeit in Wildeshausen unter Bäumen, Bierbuden-Vordächern und Schirmen Schutz vor dem Dauerregen suchten und trotzdem nicht den Blick von der Bühne und dem mitreißenden Wincent Weiss lassen wollten.
Vergleichbares wird es in diesem Jahr nicht geben. Das hat nichts mit dem Wetter zu tun oder mit dem Fehlen eines musikalischen Stargastes, es liegt – natürlich – an Corona. Menschen dicht an dicht bei einem Musikkonzert: Das wird im Spätsommer 2021 wohl noch nicht möglich sein. Und ob Besucher dann bei einer Landpartie durch enge Gänge zwischen Pavillons flanieren können, erscheint ebenso fraglich. Die Organisatoren von „Genuss am Fluss“ haben deshalb nicht nur die Suche nach einer musikalischen Zugnummer frühzeitig aufgegeben, sondern gleich für die ganze Veranstaltung die Reißleine gezogen. „Genuss am Fluss“ wird es frühestens 2022 wieder geben.
Langfristige Verträge
„Wir brauchen für die Planung ein Jahr Vorlauf“, sagt Torsten Koschnitzke, der zusammen mit Stefan Iken bisher zweimal die publikumswirksame Mischung aus Musikfestival, Landpartie und Schlemmermeile auf die Beine gestellt hat. Nicht nur Künstler müssten langfristig gebucht werden, auch Verträge mit Ausstellern und Sponsoren wären frühzeitig abzuschließen – das erscheint unmöglich bei der völlig ungewissen Aussicht auf das, was Corona in diesem Sommer zulässt. „So traurig das auch ist, besonders für die Veranstaltungsbranche“, wie Koschnitzke betont.
Dabei hatten er und Iken bereits im vergangenen Jahr über ein Hygiene- und Abstandskonzept nachgedacht. Auf dem weitläufigen Gelände der Privatschule Gut Spascher Sand, wo „Genuss am Fluss“ 2021 erstmals stattfinden sollte, wären Abstände besser möglich gewesen als an der Herrlichkeit, wo sich die Organisatoren aus logistischen Gründen vorerst verabschiedet hatten.
Namika sollte kommen
Sie hatten auch schon nach einem Stargast Ausschau gehalten: Nach Stefan Gwildis 2015 und Wincent Weiss 2017 hatten sie jetzt die Fühler nach der Sängerin Namika („Lieblingsmensch“) ausgestreckt. „Aber die Managements der Künstler machen zurzeit gar keine Pläne“, sagt Torsten Koschnitzke, „schon gar nicht mit festen Terminen.“
Künstler, Aussteller, Gastronomen und Sponsoren – das seien die Säulen, auf denen „Genuss am Fluss“ steht, erklärt Koschnitzke. Und keine dieser Säulen, abgesehen vielleicht von der Gastronomie, erscheine mit Blick auf noch längere Corona-Beschränkungen zurzeit tragfähig.
