Wildeshausen - Die Hauptschule Wildeshausen hat ein neues Führungsduo. Schulleiter und damit Nachfolger der pensionierten Rektorin Dorit Hielscher ist der bisherige Konrektor Dr. Andreas Everinghoff (49). Schuldezernent Carsten Kliegelhöfer überreichte ihm am Freitag seine Ernennungsurkunde. Auch ein neuer Konrektor ist an Bord. Colja Wichers übernimmt die stellvertretende Schulleitung (47). Ihnen gratulierte vonseiten des Schulträger der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Thomas Eilers.
Guter Start
„Es ist ein großartiger Tag. Ich bin froh, hier Schulleiter sein zu dürfen und gleich einen Stellvertreter an meiner Seite zu haben“, brachte Everinghoff seine Freude zum Ausdruck. Der Start ins neue Schuljahr sei gut gewesen, auch wenn es als Ganztagsschule eine Herausforderung gewesen sei. „Es war zu spüren, dass Schüler und Lehrer den Kontakt untereinander brauchen, um das soziale Miteinander wieder zu pflegen“, so Everinghoff.
Kliegelhöfer erklärte, dass es heutzutage schwer sei, Schulleiterstellen zu besetzen. Wer Schulleiter oder Konrektor wird, mache das nicht des Geldes wegen. „Das muss man wollen. Es bedarf viel Herzblut und ein hohes Maß an Identifikation. Als Rektor ist man mit der Schule verheiratet.“
Rund 300 Kinder und Jugendliche werden an der Hauptschule unterrichtet. Der Raummangel wird derzeit durch Containerklassen ausgeglichen. Die Hauptschule benötigt vier allgemeine Unterrichtsräume, sechs Differenzierungsräume sowie mehr Platz für die Schulverwaltung, darunter ein größeres Lehrerzimmer. Letzteres soll laut Eilers nächstes Jahr über der Mensa vergrößert werden.
Gerade neu ausgestattet wurde der Hauswirtschaftsraum. „Hier können die Schüler etwas mit der Hand machen. Praktische Arbeiten sind beliebt. Da kommen die Schüler ganz anders zusammen als im Klassenraum“, erklärte Everinghoff. Auf dem Weg ins Berufsleben seien Praktika sehr wichtig. Deshalb sei er froh, dass die Jugendlichen des Jahrgangs 10 in dieser Corona-Zeit für den Herbst alle eine Praktikumsstelle gefunden haben. „Für Schüler ist es die schwierigste Phase im Leben“, meint Everinghoff. Es gehe dabei um Fragen wie: Was will ich, wo will ich hin?
Brücken bauen
Mit Blick auf diese praxisorientierte Schulausbildung ist Kliegelhöfer froh, dass an der Spitze der Hauptschule zwei Personen stehen, die vor ihrem Leben als Lehrer bereits einen anderen Beruf gelernt haben. Everinghoff hat als junger Mann zunächst den Beruf des Postboten gelernt, Wichers ist Volljurist und arbeitete jahrelang als Strafverteidiger (Infobox). „Meine Hoffnung ist“, so der neue Schulleiter, „dass ich den Schülerinnen und Schülern am Beispiel meines Lebensweges deutlich machen kann, dass unser Bildungssystem durchlässig ist. Eine unserer Aufgaben ist es, den Jugendlichen Brücken zu bauen in den Beruf.“
