Wildeshausen - Damit Rehkitze vom Hegering Wildeshausen vor Mähdreschern gerettet werden, kreist ab Mai eine Drohne über die Felder und Landstücke der Stadt. Dass die Drohne aber überhaupt angeschafft werden konnte, verdanken die Jäger einer Finanzspritze von 4000 Euro der Landesparkasse zu Oldenburg (LzO).
Einsatz ab Mai
Anfang des letzten Jahres gründeten Lars Kosten und Daniel Würdemann die Drohnengruppe des Hegerings. Ihr Ziel war es, zwei Drohnen mit integrierten Wärmebildkameras anzuschaffen. Doch die Kosten von rund 6000 Euro pro Stück waren aus eigener Tasche nicht zu stemmen. Deshalb gingen sie im letzten Jahr auf Spendensuche. Große Unterstützung sagte dabei die LzO-Stiftung zu. Mit 4000 Euro konnte der Löwenanteil gestemmt werden, sodass die Drohne bereits im Herbst bestellt werden konnte. Aufgrund pandemiebedingter Lieferschwierigkeiten kam sie im Februar bei den Jägern an.
Innerhalb des letzten Jahres ist das Drohen-Team des Hegerings auf acht ehrenamtliche Piloten gewachsen. Ohne einen Drohnen-Führerschein darf aber keine Drohnen gestartet werden. „Um den Führerschein zu bekommen, haben unsere Piloten einen Test beim Luftfahrt Bundesamt gemacht“, sagte Würdemann.
Nach einem Jahr der Vorbereitung können Landwirte, die ihre Felder, Wiesen und Landstücke mähen werden, ab Mai auf die Hilfe der Kitzretter des Hegerings zählen. „Landwirte können einfach ihrem Jadgpächter Bescheid sagen, und der meldet sich dann bei uns“, sagt Würdemann. Doch das sollte nicht erst kurz vor den Mäharbeiten passieren. Würdemann: „Am besten ist es, wenn man uns mindestens zwei Tage vorher kontaktiert.“ Dann hätten die Piloten der Drohnengruppe genügend Zeit, um ihren Einsatz zu planen.
Zweite Drohne
Der Einsatz der Kitzretter geht schon in den frühen Morgenstunden los. Dadurch, dass die Drohne eine integrierte Wärmebildkamera hat, können versteckte Kitze in den Gräsern besser aufgespürt werden. „Die Wärmebildkamera ist der Clou an der ganzen Sache“, sagt Würdemann. Sobald das Jungtier ausfindig gemacht ist, holen die Retter es aus seinem Versteck und halten es solange fest, bis die Mäharbeiten spätestens mittags abgeschlossen sind. Anschließend informieren sie den Jagdpächter und lassen das Junge wieder frei.
Da der Hegering aktuell nur eine Drohne besitzt, gehen die Kitzretter davon aus, dass sie es nicht schaffen werden, ihre Drohne über alle Flächen, die gemäht werden, kreisen zu lassen. „In der Regel ist die Frühmad auf einen kurzen Zeitraum begrenzt“, sagt Würdemann. In dieser Zeit würden viele Landwirte zur gleichen Zeit ihre Felder mähen. Deshalb plant der Hegering, eine zweite Drohne, auch mit Wärmebildkamera, anzuschaffen, sobald sich die Liefersituation entspannt hat. Zusätzlich würde diese den Kitzrettern mehr Sicherheit geben. Denn für die Arbeit ist die Drohne unersetzlich. Sollte sie einmal kaputt sein, wäre ohne Ausweich-Drohne ein Einsatz nicht möglich.
