Wildeshausen - Starkregen hat auch im Landkreis Oldenburg schon zu schweren Schäden geführt. Die Auswirkungen waren nicht so dramatisch wie in diesem Sommer in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz – aber 2013 zum Beispiel liefen in Wildeshausen zahlreiche Keller voll, darunter der Technikkeller im Krankenhaus Johanneum mit langfristigen Folgen. Die Grünen im Kreistag möchten daher wissen, ob der Landkreis auf ähnliche Ereignisse ausreichend vorbereitet ist.
In einem Antrag wird die Kreisverwaltung gebeten, im Umweltausschuss über den derzeitigen Stand der Umsetzung von Maßnahmen nach den Vorgaben der europäischen Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie von 2007 zu berichten. Grünen-Fraktionsvorsitzender Götz Rohde erinnert an die Überschwemmungen 1998 in und um Delmenhorst, die von der Delme und ihren Zuflüssen im Landkreis Oldenburg ausgingen, in der Hunte-Niederung bei Wardenburg im gleichen Jahr sowie Überflutungen in Wildeshausen in den Jahren 2013 und 2017.
Die Grünen weisen auf das weit verbreitete Drainagesystem, die über Jahrzehnte betriebene Begradigungen von Bächen und Flüssen sowie die zunehmende Versiegelung von Flächen durch Besiedlung, Straßen und Plätzen hin. Lange Zeit sei dem schnellen Abfluss von Wasser hohe Priorität eingeräumt worden.
Nun möchten die Grünen wissen, wie die Verwaltung das Hochwasserrisiko im Landkreis Oldenburg bewertet und wo aus ihrer Sicht die Ursachen und Risiken liegen. Weitere Fragen richten sich nach einem Plan für das Hochwasserrisikomanagement und den Abstimmungen mit Wasser- und Bodenverbänden sowie mit dem Katastrophenschutz und den Kommunen im Kreis.
Schließlich möchten die Grünen noch Informationen über konkrete Maßnahmen wie die Renaturierung von Fließgewässern oder die Anlage von Regenwasserrückhaltebecken und über mögliche Förderpotenziale. Ähnliche Fragen hatte vor zwei Wochen schon die Gruppe FDP/FW/UWG/CDW an die Kreisverwaltung gerichtet.
