Wildeshausen - Das Coronavirus hat das Krankenhaus Johanneum in der vergangenen Woche an Grenzen gebracht. Mittlerweile habe man das Ausbruchsgeschehen wieder „eingrenzen“ können, teilte die Klinikleitung am Montag mit, ohne dieses „Geschehen“ näher zu beschreiben.
Am Freitag war bekannt geworden, dass das Johanneum bei der Großleitstelle von der zentralen Notfallversorgung abgemeldet wurde. Das heißt, dass keine Notfälle in Wildeshausen behandelt werden konnten. Begründet wurde dies mit einer erhöhten Zahl an Corona-Ausbrüchen. Vorsorglich wurden die für Montag geplanten operativen Eingriffe abgesagt. Unbestätigten Meldungen zufolge waren nicht nur Patienten, sondern auch eine größere Zahl von Beschäftigten des Johanneums an Covid-19 erkrankt.
15 Corona-Patienten
Dazu wollte sich das Krankenhaus am Montag nicht äußern. Mitgeteilt wurde, dass „in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Oldenburg umfangreiche Testungen der Patienten und des Personals durchgeführt“ worden seien, „um das Ausbruchsgeschehen einzugrenzen und nachvollziehbar zu machen.“ Auf der Isolierstation gibt es den Angaben zufolge 15 Patienten mit einer Covid-19-Infektion. Diese Zahl sei gleich geblieben. Keiner dieser Patienten werde derzeit intensivmedizinisch behandelt.
„Unter Kontrolle“
„Wir sind erleichtert, dass die Maßnahmen gegriffen haben und wir das Ausbruchsgeschehen unter Kontrolle bringen konnten“, erklärten am Montag Verwaltungsdirektor Hubert Bartelt und der Ärztliche Direktor Dr. Alexander Terzic. „Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt können die für diese Woche vorgesehenen Operationen ab Dienstag wieder planmäßig stattfinden.“
77 Infektionen mit dem Coronavirus hat es übers Wochenende im Landkreis Oldenburg gegeben. Gleichzeitig wurden dem Kreisgesundheitsamt 53 Genesungen von einer Covid-19-Erkrankung gemeldet. Damit stieg die Zahl der aktuellen Corona-Fälle um 24 auf 281. Die meisten davon (78) sind in der Gemeinde Großenkneten lokalisiert. In der Stadt Wildeshausen sind es derzeit 52 Infektionen. Die übrigen Fälle verteilen sich auf die Gemeinden Ganderkesee (35), Dötlingen (30), Wardenburg (25), Hatten (22), Harpstedt (20) und Hude (19). Bestimmbare Cluster gibt es weiterhin in der Lebensmittelindustrie (51 Fälle) sowie in Schulen und Kitas (49).
Der Inzidenzwert für den Landkreis Oldenburg wurde vom Robert-Koch-Institut am Montag mit 132,4 Infektionen pro 100000 Einwohner in den letzten sieben Tagen angegeben. Am Freitag hatte dieser Wert bei 114,1 gelegen.
Appell zum Impfen
„Auch, wenn das Krankenhaus Johanneum wieder in den geordneten Regelbetrieb zurückkehren kann, bleiben die bewährten Hygiene- und Schutzmaßnahmen weiterhin gültig“, betonte Dr. Terzic. Der Besuchsstopp bleibe so lange bestehen, bis sich die Corona-Lage in der Region entspannt hat. Nur so könne man Patientinnen und Patienten wie das Personal wirksam schützen. Der Mediziner warb in der Mitteilung nochmals eindringlich für eine Impfung gegen Covid-19. Dadurch, so Terzic, werde das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf stark gemindert.
