Wildeshausen - „Wenn wir Corona nicht hätten, wäre hier mehr los“, sagt Betriebsleiter Marcel Buller mit einem Blick auf das Schwimmerbecken des Wildeshauser Krandelbads. „Die Gäste sind schon gehemmter.“ Dass an diesem Mittwochmittag nur wenig Badegäste da sind, dürfte aber dem Zeitpunkt geschuldet sein. „Gerade um die Mittagszeit ist wenig los“, erzählt Margret Dörries, die im Becken ihre Bahnen zieht. Anstatt sechs gibt es davon im Außenbereich derzeit nur drei, die sind dafür doppelt so breit. Auf diese Weise ist auch im Becken für genügend Abstand gesorgt. „Es sind auch schonmal mehr Menschen da“, meint Dörries. „Dann ist es etwas schwieriger, sein eigenes Tempo zu schwimmen.“
Dennoch: „Es ist schön, dass das Freibad wieder auf ist. So können wir uns den Corona-Speck wieder abtrainieren“, sagt die 66-Jährige und lacht. „Die Gäste sind froh, dass sie die Möglichkeit wieder haben“, weiß auch Buller. Die derzeit geltenden Regeln in Kauf zu nehmen, sei da für die meisten kein Problem.
Neue Vorschriften
„Zu Anfang mussten wir häufig Hinweise mit auf den Weg geben, aber inzwischen haben sich unsere Gäste daran gewöhnt“, sagt Buller. Die zu beachtenden Regeln unterscheiden sich kaum von denen, die auch andernorts gelten: Abstand zu anderen Gästen halten, das Bad nur mit Maske betreten. Auch im Außenbereich, bis zum Beckenrand, herrscht Maskenpflicht. „Es ist schwierig, zu sagen, ab wo und bis wohin die gilt“, erklärt Buller. Mit der Angabe „bis zum Beckenrand“ sei sowohl für Gäste als auch für Personal eindeutig, ob sich jemand nicht an die Regel hält.
Mit den neuen Vorschriften hat Dörries sich schnell arrangiert: „Ich finde das völlig in Ordnung. Wenn man da ein- bis zweimal durch ist, hat man sich daran gewöhnt.“ Auf eine kleine Hürde ist Christa Kunte am Anfang gestoßen. „Normalerweise komme ich zwischen Viertel nach sechs und Viertel nach neun hierher. Ich wusste erst nicht, dass das Bad da zwischendurch für eine Stunde geschlossen ist.“
Großer Arbeitsaufwand
Das Krandelbad ist blockweise geöffnet – eine Stunde Zeit ist jeweils zwischen den Blöcken eingeplant, um das Bad mehrmals am Tag zu reinigen. Sämtliche Türgriffe, Handläufe, Böden, Ober- und Sitzflächen müssen gereinigt und desinfiziert werden. Auch in Duschen und Umkleiden. „Ein gewisser Zeitaufwand ist natürlich da“, sagt Michael Müller, Leiter des Fachbereichs Zentrale Dienste, Bildung und Sport der Stadt Wildeshausen. Inzwischen ist auch das Hallenbad wieder geöffnet – und damit die Bademöglichkeit für Eltern und ihre Kinder, die nicht schwimmen können. „Die Hallenbadgäste kommen eher zum Spielen und Planschen“, meint Müller.
Bis zu 60 Badegäste dürfen sich im Hallen-, Freibad und auf der Liegewiese gleichzeitig aufhalten. „Das ergibt sich aus den Vorgaben, wie wir die Wasserfläche nutzen dürfen“, erklärt Müller. Was aber, wenn das mal nicht ausreicht? „Das Problem hatten wir noch nicht“, meint Buller. Ob sich das an warmen Wochenenden und nach Beginn der Sommerferien ändert, bleibt abzuwarten. Was durch die geänderten Öffnungszeiten in den kommenden Wochen aber ausbleiben dürfte, sind Tagesausflüge ins Freibad.
„Am Ball bleiben“ ist für Müller und Buller das Stichwort. „Wir haben mit einem kleinen Angebot angefangen“, sagt Buller. „Wir müssen uns jetzt ein bisschen vortasten.“ Wenn es neue Verordnungen zulassen, könne man das Angebot eventuell ausweiten. „Das steht und fällt auch mit dem Verhalten der Gäste.“
