Wildeshausen - Drei Auftritte, Lachtränen in den Augen der rund 90 Gäste und eine gut gelaunte Anmoderation von der Kulturbeauftragten der Stadt Wildeshausen, Birte Hogeback, bringen die erste Veranstaltung „Wildeshausen lacht“ im Historischen Rathaussaal auf den Punkt. Angekündigt war neben dem gut gelaunten Rheinländer Oli Materlik sowie „dem glücklichen Türken aus Bodenhaltung“ Serhat Dogan auch der Magier und Showmaster Matthias Rauch. Kreuzfahrtexperte Michael Eller sprang für ihn ein.
Lachen wie Sport
Obwohl es aus Krankheitsgründen diese Umbesetzung gab, blieb bei der Veranstaltung kein Auge trocken. Genau das sei aber sehr gesund, erklärte Materlik, der heute in Hamburg lebt, und nach der Begrüßung durch Hogeback überzeugte. 20 Sekunden lang zu lachen, strenge genauso an wie drei Minuten Sport. Da bekamen die Zuschauerinnen und Zuschauer, die nicht nur aus der Kreisstadt zum Comedy-Abend angereist waren, nicht nur beste Unterhaltung, sondern auch gleich noch eine sportliche Ertüchtigung der besonderen Art.
Materlik tat, was er am besten kann: Er plauderte frei von der Leber weg, mit schelmischem Grinsen und sonnigem Gemüt. Was das Lachen angehe, so seien Kinder einsame Spitze. Erwachsene schafften es vielleicht noch gerade einmal bis zu 30 Mal pro Tag. Die Verheirateten würden weit darunter liegen... Er erinnerte an die Pandemie, mit Corona im Bett. „Sieben Wochen gefühlt 48 Stunden pro Tag mit der eigenen Frau zusammen“, das fand er grenzwertig. Aber auch Nachrichtensprecher, besonders im Sport, hätten so ihre Probleme gehabt. Vom Band ließ er die Stimme eines Sprechers ertönen: „ HSV gegen St. Pauli 0:0, Bayern München trennt sich von Dortmund 3:2, das waren die Fußballergebnisse: Es ist jetzt 0:3 Uhr“.
Schwarzer Humor
74 Kreuzfahrten und unzählige Auftritte hat Michael Eller in seinem Erfahrungsschatz: „Wenn man in der Schweiz ist, hat man es mit Humor im Verzögerungsmodus zu tun. Man weiß nicht, wann und wie sie lachen. Ganz anders in Österreich. Gerne bin ich in Wien. Da geht es oft nicht zimperlich zu: Fährt ein Pfleger den 103-Jährigen im Rollstuhl. Der: ,Ich bin noch nicht tot, hier geht es zur Pathologie.’ Der Pfleger: ,Ja, aber wir sind noch nicht da.’“
Was einem Türken nach der Landung auf dem Flugplatz München bevorsteht, fasste Serhat Dogan in seinem Tagebuch zusammen. „In Deutschland gelandet. Der Himmel grau. Eine Frau am Schalter: ,Grüß Gott’. Er: ,Ich bin Moslem’. Der Himmel ist noch grau.“ Er habe aber sein Glück gefunden und zwar da, wo es am unwahrscheinlichsten ist: Als Fahrschüler im Dauerstau rund um Köln, aber auch als Animateur unter fitnessbegeisterten deutschen Rentnern in Antalya und als unfreiwilliger Sextourist in Amsterdam. Und dabei hat er wieder einmal festgestellt: „Deutschland ist vielleicht nicht das schönste Land der Welt – aber auf jeden Fall das lustigste.“
Veranstaltung ein Erfolg
Fazit: Wildeshausen beteiligte sich an „Kultour im Kreis“ mit Erfolg. Die aus dem Netzwerktreffen der Kulturbeauftragten aus den Landkreisgemeinden und der Stadt entstandene Veranstaltungsreihe schaffte es auf Anhieb nach oben auf die Beliebtheitsskala.
