Wildeshausen/Landkreis - Der Breitbandausbau im Landkreis Oldenburg soll in den Endspurt gehen: Der Kreis packt die dritte und letzte Bauphase an. Das Glasfasernetz soll bis zur letzten Milchkanne reichen. Um flächendeckend schnelleres Internet von bis zu einem Gigabit pro Sekunde anbieten zu können, braucht es auch weiterhin Geld: Den Förderbescheid in einer Gesamthöhe von rund 10,7 Millionen Euro hat der niedersächsische Wirtschafts- und Digitalisierungsminister Bernd Althusmann (CDU) am Dienstag an Landrat Carsten Harings im Wildeshauser Kreishaus überreicht.
Start im Herbst 2022?
Bis zur letzten Milchkanne brauche es längere Versorgungswege – entsprechend sei diese Erschließung mit höheren Kosten verbunden, erklärte Harings. Durch die Förderung werden 4117 Adressen im Landkreis mit Breitbandanschlüssen versorgt: darunter 3546 private und 567 gewerbliche Adressen sowie vier Schulen.
Die Förderung wurde im Rahmen der Richtlinie „RL Giganetzausbau NI“ auf 25 Prozent aufgestockt. Dieser erhöhte Zuschuss sei spürbar, sagte Harings. Die Änderung kam coronabedingt zustande, denn die Pandemie habe gezeigt: „Der digitale Ausbau muss schneller vorankommen“, betonte Althusmann. Der Landkreis habe schnell reagiert, so dass er von der Aufstockung jetzt profitiere. 50 Prozent der Kosten übernimmt zudem der Bund, die übrigen 25 Prozent teilen sich je zur Hälfte der Kreis und die acht Kommunen. Es sei realistisch, dass im Herbst 2022 mit dem letzten Ausbau begonnen werden könne, schätzte Kämmerer Reiner Fürst. „Wir sind in der Ausschreibung“, ergänzte Harings.
Die zweite Ausbauphase, in der 1200 Adressen und 35 Schulen angeschlossen worden waren, sei abgeschlossen, aber noch nicht abgerechnet, informierte Harings weiter. Ende Januar 2020 war dafür der erste Spatenstich erfolgt.
Vernetzung wichtig
Die FttB-Versorgung, also der Glasfaseranschluss bis ins Gebäude, liegt im Landkreis Oldenburg aktuell bei 56,7 Prozent. Nach Abschluss der Förderprojekte steigt diese auf 70,3 Prozent. Die übrigen rund 30 Prozent reichen bis zum Verteilerkasten.
Landtagsabgeordneter Karl-Heinz Bley (CDU) lobte, dass der Landkreis den Ausbau zusammen mit Stefan Muhle, Staatssekretär im niedersächsischen Wirtschaftsministerium, vorangetrieben habe. Muhle hatte im Juli 2020 für diese letzte Ausbauphase bereits eine Grundförderung in Höhe von 5,6 Millionen Euro überreicht. Althusmann betonte am Dienstag: „Insbesondere die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, wie wichtig die digitale Vernetzung für all unsere Lebensbereiche ist.“
