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Impfaktion in Wildeshausen Hunderte stehen Schlange für Corona-Impfung

Das Angebot der kurzfristigen Impfung in Wildeshausen sorgte am Mittwochvormittag dafür, das sich vor der alten Feuerwache eine lange Menschenschlange mit rund 100 Personen bildete.

Das Angebot der kurzfristigen Impfung in Wildeshausen sorgte am Mittwochvormittag dafür, das sich vor der alten Feuerwache eine lange Menschenschlange mit rund 100 Personen bildete.

Wildeshausen/Landkreis - Nachlassende Impfbereitschaft? In Wildeshausen war davon am Mittwoch nichts zu spüren, ganz im Gegenteil: Bei der kurzfristig vom Landkreis Oldenburg organisierten Impfaktion im alten Feuerwehrhaus reichte die Schlange der Wartenden zeitweise bis zur Huntebrücke.

Insgesamt mehr als 500 Personen nahmen das Impfangebot an. Ralph Meyer, Dienststellenleiter der Malteser in Ganderkesee und Koordinator der beiden mobilen Impfteams im Landkreis, war nach eigenen Angaben überwältigt von der Resonanz. Landrat Christian Pundt nannte die Beteiligung an der erst am Montag angekündigten Impfaktion „beachtlich und sehr erfreulich“.

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Trend bestätigt

Die Erfahrungen in Wildeshausen bestätigen den Bundestrend: Am Dienstag wurden deutschlandweit 312000 Impfdosen verspritzt, so viele wie seit August nicht mehr, als überall noch die Impfzentren geöffnet waren. Impfstoff ist jetzt mehr als ausreichend vorrätig. In Wildeshausen wurde am Mittwoch ausschließlich das Vakzin der Firma Biontech verimpft.

Corona-Zahlen steigen weiter

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Landkreis Oldenburg wird von Tag zu Tag größer. Am Mittwoch meldete die Kreisverwaltung 37 weitere Fälle. Von einer Covid-19-Erkrankung genesen sind gegenüber dem Vortag 13 Personen, so dass die Zahl der akuten Corona-Fälle um 24 auf jetzt 246 anstieg.

Der Inzidenzwert für den Landkreis hat erstmals seit Monaten wieder die 100er-Marke überschritten: Mit 102,7 Infizierten pro 100 000 Einwohner in den letzten sieben Tagen gab das Robert-Koch-Institut den Wert am Mittwoch an. Tags zuvor hatte er bei 95,8 gelegen. Auf kommunaler Ebene sticht nun die Gemeinde Dötlingen mit einem Wert von 334,44 hervor. Hier gab es am Mittwoch sieben neue Infektionen, was sich bei der vergleichsweise geringen Einwohnerzahl stärker als anderswo auf die Inzidenz auswirkt. Am niedrigsten ist der Wert in der Gemeinde Hude (37,24).

Die Steigerungen sind nach Angaben der Kreisverwaltung aktuelle nicht auf bestimmte Bereiche einzugrenzen. Die Zahlen, die den Clustern Lebensmittelindustrie (54 Fälle) und Schulen/Kitas (49 Fälle) zugeordnet werden können, sind dabei relativ konstant. In der Mehrzahl sind die Infektionen, insbesondere die der letzten Tage, diffus verteilt.

Laut Ralph Meyer wurden bei der Aktion im ehemaligen Feuerwehrhaus auch Erstimpfungen vorgenommen: „Etwa zehn Prozent waren das“, sagte er. Zum ganz überwiegenden Teil handelte es sich aber um sogenannte „Booster“-Impfungen, also eine Auffrischung des Impfschutzes.

Bisher nur eine Spritze

Und unter diesen wiederum war ein sehr großer Teil an Menschen, die zuvor nur eine Spritze mit dem Impfstoff des Herstellers Johnson & Johnson erhalten hatten. Für diesen Personenkreis empfiehlt die ständige Impfkommission (Stiko) eine Auffrischung unabhängig vom Alter. Ansonsten wird das „Boostern“ zunächst den Geimpften ab 70 Jahren empfohlen.

Aber auch Arbeitnehmern, die viel mit Corona-Patienten oder -Risikogruppen zu tun haben. Geboostert wird daher zurzeit vor allem in den Pflegeheimen: In zehn bis 14 Tagen, so Meyer, könnten die mobilen Impfteams alle Einrichtungen im Landkreis Oldenburg durchlaufen haben, inklusive der Diakonie Himmelsthür und des Krankenhauses Johanneum. Die Bereitschaft zu einer dritten Impfung sei bei Bewohnern wie Mitarbeitern groß, so Meyer. Und es gebe auch Beschäftigte, die sich jetzt noch zu einer Erstimpfung durchgerungen hätten.

Aktion in Ahlhorn

Wenn die Pflegeheime versorgt sind, seien auch noch mehr spontane Impfangebote in den Gemeinden möglich, sagte Landkreis-Sprecher Oliver Galeotti. Eine Aktion ist bereits für den kommenden Montag, 15. November, angesetzt: Von 11 bis 17 Uhr werden im Dorfgemeinschaftshaus Ahlhorn, Katharinenstraße 15, die Impfstoffe von Johnson & Johnson und Biontech/Pfizer angeboten. Impfwillige können ohne Terminvereinbarung vorbeikommen. Sie müssen sich höchstens – wenn die Resonanz erneut so groß ist wie am Mittwoch in Wildeshausen – auf ein bisschen Wartezeit einstellen.

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)
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