Wildeshausen/Landkreis - Die im Kreissportbund organisierten Wildeshauser Vereine kommen bislang weitgehend stabil durch die Corona-Krise. Das macht ein Vergleich der Mitgliederzahlen zu den Stichtagen 1. Januar 2021 und 1. Januar 2020 deutlich.
SC Wildeshausen
Volker Jaentsch, der Geschäftsführer des SC Wildeshausen, lobt die Solidarität der Mitglieder. Der Sportclub hat im vergangenen Jahr 43 Mitglieder verloren. Am 1. Januar 2021 zählte der SC 863 Mitglieder. „Wir liegen jedes Jahr zwischen 850 und 900 Mitglieder“, sagt Jaentsch. Etwa die Hälfte gehört der Turnabteilung an. „Uns fehlen vier bis fünf Monate Sport im Vorjahr. Wer wollte da schon in einen Sportverein eintreten“, so Jaentsch.
VfL Wittekind
Der größte Wildeshauser Sportverein, der VfL Wittekind, hat vergangenes Jahr 73 Mitglieder verloren. Zum Jahreswechsel wurden 1730 Mitglieder an den Landessportbund gemeldet. „Der Rückgang der Mitgliederzahl hat fast nichts mit der Corona-Krise zu tun“, sagt Vorsitzender Ottmar Jöckel. Vielleicht sei eine Handvoll wegen des Lockdowns ausgetreten. Die Zu- und Abgänge lägen jedes Jahr zwischen 30 und 60 Personen. 2020 habe es wegen der Corona-Pandemie kaum Neueintritte gegeben. Dass die Verbundenheit mit dem VfL groß sei, belege die Beitragsquote. 25 Prozent der Mitglieder zahlten weiterhin den Beitrag als aktive Mitglieder, obwohl sie längst keinen Sport mehr treiben würden.
SV Altona
Auch Hans Mayer, der Vorsitzende des Schützenvereins Altona, sieht den Verlust von 25 Mitgliedern nicht primär in der Corona-Krise begründet. Jedes Jahr gebe es ältere Mitglieder, die aufgrund ihres Alters oder wegen gesundheitlicher Einschränkungen mit dem Schießsport aufhören würden. So sei es auch 2020 gewesen. Neue Mitglieder seien aber coronabedingt nicht aufgenommen worden. „Den jährlichen Tag der offenen Tür mussten wir leider absagen“, so Mayer. Aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre seien so rund 15 bis 20 neue Mitglieder gewonnen worden.
DLRG
Auch die DLRG Wildeshausen sieht den Rückgang der Mitgliederzahl im normalen Rahmen. Gehörten der Ortsgruppe nach Angaben von Schatzmeisterin Stephanie Barkemeyer am 1. Januar 2020 noch 308 Rettungsschwimmer an, waren es am 1. Januar dieses Jahres 282. Die DLRG liege immer bei plus/minus 300 Mitglieder. Der größte Anteil sei Kinder. Coronabedingt habe im Vorjahr nur eingeschränkt im Krandelbad trainiert werden können.
Kreissportbund
Nach Darstellung des Kreissportbundes (KSB) haben unter den rund 150 Sportvereinen im Landkreis die großen Vereine die meisten Mitglieder verloren. Der Kreis liegt auf einem ähnlichen Niveau wie das Land. „Der Landessportbund hat 3,7 Prozent an Mitglieder verloren, der Kreissportbund 3,65“, berichtet KSB-Mitarbeiter Sönke Spille. In absoluten Zahlen bedeutet das ein Minus von rund 1960 Personen. Der Kreissportbund hat gut 45 000 Mitglieder. Nach Darstellung von Spille haben die Vereine trotz Corona eine hohe Solidarität der Mitglieder mit ihren Clubs gemeldet. Seit der jüngsten Bestandserhebung seien schon wieder viele Kündigungen eingegangen.
Bei Individualsportarten hingegen weisen einige Vereine sogar eine positive Mitgliederentwicklung auf. Dazu gehört der Golfclub Wildeshauser Geest, dem am 1. Januar 2 374 Mitglieder (1.1.2020: 363). Ähnlich die Reitschule Wildeshausen mit 247 (234) und der Bogensportverein Wildeshausen mit 80 Mitgliedern (79) .
