Wildeshausen - Dass sie einmal Müll auf dem Burgberg in Wildeshausen verteilen würde, hätte sich Gertraud Kreye vor anderthalb Jahren wohl nie vorstellen können – doch ihr Ehrenamt erfordert manchmal auch einen ungewöhnlichen Einsatz. Die 64-Jährige engagiert sich seit März 2018 als Gruppenleiterin bei der Naju in Wildeshausen, der Jugend des Naturschutzbundes (Nabu).
Müll selbst verteilt
„Da hatten wir mal eine Müllsammel-Aktion geplant, doch auf dem Burgberg war einfach nicht genug Müll, um die Kinder zu beschäftigen. Also habe ich sauberen Müll von zuhause mitgebracht und den in Absprache mit der Stadt überall, auch in den Hecken, verteilt“, erinnert sich Kreye, die in Döhlen lebt. Auch bei der Polizei habe sie zuvor angerufen, falls Beschwerden aus der Bevölkerung eingehen würden.
Doch damit nicht genug: Nach der ganzen Aktion nahm sie ihren Müll wieder mit nach Hause – und musste die Säcke wieder sortieren. „Das war wirklich kurios“, sagt sie und lacht. Für ihre Naju-Gruppe ist ihr kein Aufwand zu groß. „Vor den Aktionen bereite ich mich vor. Als wir zum Beispiel Apfelsaft selbst gepresst haben, hatte ich die Gerätschaften vorher zuhause. Es soll ja klappen, wenn die Kinder dabei sind“, erzählt sie. Einmal im Monat trifft sich die Naju-Gruppe Wildeshausen-Dötlingen. Neben Kreye betreuen auch Tamino Büttner, Elke Deters und Kirstin Schoppa die 20 Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren.
Zum Ehrenamt gekommen ist Gertraud Kreye über die Freiwilligenagentur „Misch mit“. Nachdem sie in den Ruhestand gegangen ist, wollte sie sich einbringen. „Ich bin zum 1. Juni 2018 bei der Polizei ausgeschieden, hatte aber noch so viel Urlaub, dass ich im Dezember 2017 meinen letzten Dienst hatte“, erinnert sich die 64-Jährige. Die ersten Wochen habe sie es genossen, auf dem Sofa zu liegen und zu lesen – dann wurde ihr aber schnell langweilig. „Also bin ich zur Freiwilligenagentur, wo mir verschiedene Projekte vorgestellt wurden“, sagt sie.
Früher Faustballtrainerin
Für die Aufgabe beim Naju konnte sich Kreye sofort begeistern. „Ich bin gerne draußen, daher passte das“, erzählt die Ehrenamtliche, die sich schon vor 30 Jahren freiwillig engagiert hat – damals als Faustballtrainerin beim TuS Döhlen. „Wir freuen uns, dass wir mit Gertraud Kreye jemanden gefunden haben, der sich so bei uns einbringt“, lobt Wolfgang Pohl, Sprecher der Nabu-Gruppe. Das nächste Treffen der Naju findet am Samstag, 26. September, statt. Auch neue Kinder sind willkommen.
