Wildeshausen - Manchmal muss es erst schlechter werden, damit etwas besser werden kann. Das trifft ein Stück weit auf die Aktion der Nabu-Ortsgruppe Dötlingen-Wildeshausen in Bezug auf die Streuobstwiese mit Teich und Altbaumbestand im Landschaftsschutzgebiet Welgenmarsch in Wildeshausen zu. Dort wurden einige große Bäume gefällt, um dem Gelände wieder mehr Vitalität einzuhauchen.
Teich stark verschlammt
Neben der Bewirtschaftung der Streuobstwiese hat die Ortsgruppe den Teich im Auge. Er ist stark verschlammt und mit Herbstlaub an der Oberfläche nahezu bedeckt. „Uns geht es jetzt darum, den Teich und damit die Fläche ökologisch aufzuwerten. Es sollen sich hier wieder Amphibien ansiedeln können, das geht im jetzigen Zustand nicht“, erklärt Wolfgang Pohl von der Nabu-Ortsgruppe.
Zusammen mit Markus Hirschberger und Volker Kuhlmann ging es am Samstag darum, in einem ersten „schmerzlichen“ Schritt große Bäume wie Birken und Erlen zu beseitigen. Das Fällen sei mit der Stadt Wildeshausen sowie dem Landkreis Oldenburg abgesprochen worden. „Der Teich weist über Jahre hinweg einen zu hohen Eintrag durch herabgefallenes Laub auf“, so Pohl. Das sei der Tod für nahezu jedes stehende Gewässer.
Die Licht- und Luftströmungsverhältnisse sollen verbessert sowie eine Seite des Teichs abgeschrägt werden, damit in der so entstehenden Flachwasserzone durch Sonneneinstrahlung eine etwas höhere Wassertemperatur und ein leichterer Zugang für Amphibien erreicht wird.
In einem zweiten Abschnitt wird angestrebt, mit Hilfe eines Baggers die Entschlammung am Teich direkt vorzunehmen. Der Bagger soll außerdem an einer Seite des Teichs etwas Erdreich abtragen, sodass ein sanft abfallendes Ufer entsteht. Das abgetragene Laub und der Schlamm aus dem Teich werden zum Trockenen zunächst abgelegt und später abgefahren.
Pachtvertrag mit Stadt
Im April 2018 nahm die Nabu-Ortsgruppe Dötlingen-Wildeshausen des Naturschutzbundes die Fläche im Landschaftsschutzgebiet Welgenmarsch in Pflege. Nach einem ersten Erhaltungs- und Pflegeschnitt unter der Leitung von Uli Vaske vom Nabu Dinklage wurden im Herbst weitere alter Obstbaumsorten gepflanzt. Einen Pachtvertrag über die Nutzung und Pflege einer Streuobstwiese am Marschweg schloss die Nabu-Ortsgruppe mit der Stadt Anfang 2019 auf zehn Jahre. Die Fläche ist etwa anderthalb Hektar groß.
