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Naju im Wildeshauser Wald Totholzhaufen dienen als Barrikaden

Marleen (rechts) und Schwester Amelie beim Laubharken auf dem Weg

Marleen (rechts) und Schwester Amelie beim Laubharken auf dem Weg

Wildeshausen - Es war ein Thema, das nicht nur in der Zeitung, sondern auch in den Sozialen Medien diskutiert worden ist: rücksichtslose Biker, die in Wildeshausen im Wald unterwegs sind. Bei einem Treffen der Stadt und Revierförster Michael Feiner sollte die Sachlage besprochen – und dabei zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen – werden.

Interessen berücksichtigen

Bei dem Treffen im Lehmkuhlenwald waren nämlich auch die Kinder der Naturschutzjugend der Nabu-Ortsgruppe Dötlingen-Wildeshausen dabei. Den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sollte einerseits die wertvolle ökologische Bedeutung von stehendem und liegendem Totholz erklärt werden, berichtet Wolfgang Pohl vom Nabu. Andererseits könnten die Totholzhaufen so angelegt werden, dass sie zugleich als Barrikaden für Mountainbiker, die illegal unterwegs sind, dienen.

Am Eingang, Parkplatz „Waldschlösschen“, wurden die Kinder gebeten, auf die Gruppen, die den Wald verlassen, zu achten: jüngere und ältere Spaziergänger, teilweise mit Kinderwagen und/oder Hunden, radfahrende Personen, Familien mit Kleinkindern unter anderem auf Laufrädern, Sportler (Jogger/Nordic Walker). Es wurde diskutiert, wie und unter welchen Voraussetzungen die Interessen all dieser Nutzungsgruppen im Wald berücksichtigt werden könnten.

Den Kindern war klar, dass im Wald, besonders aber in Schutzgebieten, nur die ausgewiesenen Wege zu benutzen sind. Auf dem Fußweg zum Einsatzort wurden sie gebeten, auf im Schutzgebiet eventuell vorhandene Markierungen zu achten, die es Radfahrern beziehungsweise Bikern erlauben, jenseits der Wege den Wald zu befahren. Da keinerlei Hinweise auf solche Markierungen zu finden waren, stellten die Kinder fest, dass ein Verlassen der öffentlichen Wege verboten ist.

Zur Anlegung und zum Nutzen der Totholzhaufen wurde den Naju-Mitgliedern vermittelt, warum der Begriff Totholz unzutreffend ist: Denn tatsächlich bedeute Totholz Artenschutz. So seien an der Holzzersetzung circa 600 Pilz- und 1350 Käferarten beteiligt.

Treffen am 20. November

Zur Anlegung der Totholzhaufen sammelten die Kinder Zweige und Äste, harkten Laub zusammen. Im Inneren der Haufen wurden kleine „Mäuse- und Igelzimmer“ angelegt. Die Kinder legten Wert darauf, kein altes Holz, sondern frische Äste und Zweige zu verwenden, um keinen alten Lebensraum zu zerstören.

Im Abschlussgespräch wandten sie sich an die Mountainbiker: „Bitte fahrt nicht abseits der ausgewiesenen öffentlichen Wege, zerstört nicht die Natur und unsere Totholzhaufen. Im nächsten Jahr möchten wir gerne schauen, was sich angesiedelt hat.“ Wer Lust hat, ist zum nächsten Treffen eingeladen am Samstag, 20. November, 14 bis 16 Uhr, in der Holzwerkstatt der VHS Wildeshausen. „Wir wollen dort etwas Schönes basteln, ihr braucht nur einen Akkuschrauber mitzubringen.“ Anmeldungen per E-Mail an tamino.buettner@live.de.

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