Wildeshausen - Elena Lietzmann steht im Obergeschoss der Sankt-Peter-Schule am Geländer und lässt den Blick über zwei Etagen schweifen. „Unsere neue Schule hat Flair und Atmosphäre. Das hätte ich nicht gedacht“, sagt die Rektorin. Vor zwei Monaten ist die Grundschule von der Sankt-Peter-Straße in das ehemalige Gebäude der Hunteschule an der Heemstraße umgezogen. Im Vorfeld hatte es heftige Diskussionen gegeben. Mehr als ein Jahr lang wurde um- und angebaut, saniert und modernisiert. Die Schulleiterin ist mit dem Ergebnis zufrieden, auch wenn noch das ein oder andere fehlt – Lieferschwierigkeiten halt. „Wir haben hier nicht nur mehr Platz, sondern wir sind noch moderner und digitaler aufgestellt“, sagt die Schulleiterin. „Unsere Schule macht einen freundlichen Eindruck. Die Stadt hat unsere Wünsche erfüllt.“
Modernste Ausstattung
160 Mädchen und Jungen besuchen die katholische Grundschule. Jeder der vier Jahrgänge ist zweizügig. Elena Lietzmann schließt den Computerraum auf. Dort sind Schule heute und früher auf einen Blick zu sehen. An der einen Wand hängt eine digitale Tafel neuester Bauart, an der Wand daneben eine Kreidetafel. „Die alte Tafel haben wir von der Hunteschule behalten“, erzählt die Rektorin. Sie öffnet einen Container. Zum Vorschein kommt ein Klassensatz mit Laptops. „Unser Internet ist hier sehr schnell und wir haben modernste Computerprogramme für den Unterricht.“
Durch das Foyer mit Bühne geht es in die Cafeteria. „Die haben wir von der Hunteschule übernommen“, so Lietzmann. „Die Küche können wir mittags prima für die Hortkinder nutzen.“ Doch wann der Hort eröffnet wird, steht in den Sternen. Der Grund: Personalmangel. Der Betreuungsraum für die Hortkinder ist gleich um die Ecke. Von dort können die Mädchen und Jungen direkt auf den Schulhof gehen. „Wir haben unsere Spielgeräte von der Sankt-Peter-Straße mitgenommen und erhalten auch noch neue“, so die Rektorin. Der Pausenhof ist eingezäunt.
Stolz auf den Musikraum
Besonders Stolz ist die Schulleiterin auf den angebauten Musikraum, der auch multifunktional genutzt werden kann. „Die Hälfte unserer Lehrerinnen und Lehrer spielt ein Instrument und kann auch Musikunterricht geben“, erklärt Lietzmann. Es gibt Gitarren, ein E-Piano, Trommeln, Flöten, Geigen und andere Musikinstrumente. „Wir sind eine musikalische Grundschule“, so die Rektorin. Es gebe auch eine Kooperation mit der Kreismusikschule.
An den Toiletten vorbei geht es zur Sporthalle. „An der Sankt-Peter-Straße mussten wir uns die große Halle mit anderen Schulen teilen und bekamen Zeiten zugeteilt. Hier können wir selbst entscheiden“, freut sich Lietzmann über die neue Flexibilität.
Die Schulverwaltung wie auch die viele Klassenräume befinden sich im Obergeschoss. Auch im Lehrerzimmer gibt es eine digitale Tafel sowie mehrere PC-Arbeitsplätze. „Einige Kolleginnen bereiten hier ihren Unterricht vor“, erzählt die Rektorin.
Die Verkehrssituation
Wenn die Arbeitsgruppe „Sankt-Peter-Schule“ mit Vertretern der Stadt, der Eltern und der Schule demnächst den Umzug Revue passieren lässt, wird auch die Verkehrssituation auf den Prüfstand kommen. „Ich habe auf eine Ampel bestanden, damit die Kinder sicher über die Straße kommen“, sagt Lietzmann. Auch andere forderten eine Ampel, die inzwischen an der Kreuzung Heemstraße/Bahnhofstraße in Betrieb ist.
Mürrisch hätten viele Eltern die neuen Pkw-Sammelplätze an der Ladestraße und Neuen Straße zur Kenntnis genommen. Mit Widerwillen würden die Eltern dennoch dort parken und ihre Kinder zu Fuß zur Schule bringen. Vor der Grundschule hielten keine Autos, um Grundschüler abzusetzen oder einzusammeln. Von Müttern oder Vätern begleitet würden vor allem Erst- und Zweitklässler. Die größeren Schüler kämen vielfach mit dem Fahrrad. „Ich habe 70 Kinderräder im Fahrradstand gezählt“, berichtet Lietzmann.
Weil die Heemstraße auch von den Kindern der Wallschule genutzt wird und die Straße deshalb viel Verkehr aufnehmen muss, hat die Sankt-Peter-Schule ihre Anfangszeit geändert. Während der Unterricht an der Wallschule um 8.20 Uhr beginnt, startet die Sankt-Peter-Schule um 7.55 Uhr (früher 8.15 Uhr). Lietzmann: „So wollen wir den Schülerverkehr entzerren.“ Gleich zu Beginn des Schuljahres habe es Verkehrserziehung durch die Polizei gegeben. „Ich mach mir dennoch weiter Sorgen wegen des Schülerverkehrs. Ich hoffe aber, die Kinder lernen schnell.“
