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Urgeschichtliches Zentrum Wildeshausen Kämmerer erwartet kein Millionenloch

Wildeshausen - Die Stadt hält trotz der unsicheren Finanzsituation in der Corona-Krise an den Plänen für ein Urgeschichtliches Zentrum in Wildeshausen (UZW) fest. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Tourismus, Sport und Kultur erteilte der Stadtverwaltung, die das Raumkonzept aus Kostengründen verkleinern wollte, eine Absage.

„Wir befürchten erhebliche Baukostensteigerungen und können nicht garantieren, dass wir den Kostenrahmen einhalten“, warnte Bürgermeister Jens Kuraschinski. „Wir sind gebrannte Kinder“, sagte er und verwies auf die Baukostensteigerung von 900 000 Euro beim Kindergarten Weizenstraße. Deshalb hatte auch die CDU-Fraktion einen Antrag eingebracht, um neu über die Nutzung des alten Feuerwehrgebäudes nachzudenken. Dort soll das UZW entstehen. Wolfgang Sasse (CDU) äußerte Zweifel an dessen Finanzierbarkeit.

Zwei Drittel gefördert

Kämmerer Thomas Eilers hingegen nahm den Ratsmitgliedern die Sorge vor einem Millionenloch in der Stadtkasse. „Diese Sorge wird uns durch das Hilfspaket von Bund und Land genommen.“ Die Stadtverwaltung befürchtet jedoch bei Mehrkosten für das UZW, dass für die übrigen Projekte des Programms „Zukunft Stadtgrün“ weniger Geld übrig bleibt. Dazu gehören noch der Stadtwall, die Burgwiese und die „Herrlichkeit“ mit den denkmalgeschützten Häusern. Das Programm hat ein Volumen von 9,1 Millionen Euro. Zwei Drittel geben Land und Bund, ein Drittel muss die Stadt zahlen.

Das UZW ist bisher mit rund zwei Millionen Euro veranschlagt. Bislang gibt es aber noch keine konkreten Kosten. Die sollen nun nach der Beschlussempfehlung des Ausschusses ermittelt werden. Das bisherige Nutzungskonzept des UZW soll aktualisiert und mit einer Kosten- und Finanzierungsschätzung möglichst bald vorgestellt werden. Der Antrag von Rainer Kolloge (UWG) sieht auch die Möglichkeit vor, das alte Feuerwehrgebäude in Bauabschnitten zu sanieren, um das UZW zu realisieren. Vorgesehen sind im Erdgeschoss unter anderem eine Multifunktionshalle für die Ausstellung, Gastronomie und Platz für die Touristinformation, wo man auch Tickets kaufen und Fahrräder ausleihen kann.

Kleiner funktioniert nicht

Die Vorsitzende des UZW-Fördervereins, Dr. Svea Mahlstedt, warb im Fachausschuss noch einmal für das Urgeschichtliche Zentrum. „Ein kleineres UZW führt nicht zu dem Ziel, das wir uns gesetzt haben, und funktioniert nicht. Die Strahlkraft für Wildeshausen wäre nicht mehr gegeben“, sagte Mahlstedt. Sie nannte als Beispiele die Führungen und die Museumspädagogik. Zudem würden bereits gewonnene Partner wie die Oldenburgische Landschaft enttäuscht. Das würde ein schlechtes Licht auf Wildeshausen werfen.

Der Fachausschuss sprach sich dafür aus, mit dem vorgelegten Grundkonzept weiterzuarbeiten, zumal die Stadtverwaltung keine Zahlen nennen konnte, wie viel Geld durch ein kleineres Raumkonzept eingespart werden kann.

„Wir haben da echte Schätze in Wildeshausen, sie werden nur nicht vermarktet“, meinte Kolloge und erwähnte das Werbeschild „Urgeschichtliches Zentrum“ an der Autobahn. Die UWG sehe im Urgeschichtlichen Zentrum auch die Chance für die Belebung „der dahinsiechenden Innenstadt“. Das UZW müsse ein Zentrum einer Museumsmeile werden. Im Umfeld gebe es noch das Brennereimuseum, das Wasserkraftwerk und die Alexanderkirche. Kolloge hofft auch noch darauf, dass die einstige Lohgerberei zwischen Huntestraße und Gildeplatz mal ein Museum wird.

Jens-Peter Hennken (CDW) betonte das Alleinstellungsmerkmal für Wildeshausen, wenn das UZW geschaffen würde. „Es muss jedoch finanzierbar sein.“ Er schlug vor, endlich den Trägerverein zu gründen und Spenden zu sammeln. In der nächsten Sitzung soll die Stadtverwaltung auch nähere Einzelheiten zu den vorgesehenen Mitgliedern des Trägervereins und zum Betreibermodell erläutern. Der Bürgermeister berichtete, dass das UZW-Konzept bei den Nachbarkommunen gut angekommen sei, finanzielle Zusagen aber noch nicht gemacht worden seien.

Arne Peters (FDP) nannte das UZW „ein tolles Projekt“, das ein Ankerzentrum für Wildeshausen werden könnte. Es dürfe nicht klein geredet und gemacht werden. Und Hartmut Frerichs meinte: „Wir müssen etwas für Wildeshausen tun.“ Deshalb halte seine SPD an den Plänen fest.

Christoph Koopmeiners Redaktion Cloppenburg
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