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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg

36 Hilfstransporte in elf Jahren gefahren

07.09.2019

Wildeshausen /Vilnius Dankbar blättert Rolf Lambertz im Fotoalbum mit den vielen Erinnerungen: Vor gut 25 Jahren hat die Wildeshauser Kolpingsfamilie erstmals Hilfstransporte mit Spenden für Litauen auf den Weg gebracht. Elf Jahre lang wurden die Menschen und viele Einrichtungen im Baltikum mit Geld und Sachspenden im Volumen von mehr als einer Million Euro versorgt. „Wir konnten einen positiven Kreislauf in Bewegung setzen“, blickt der 79-Jährige zurück.

Lambertz war 1994 Vorsitzender der Kolpingsfamilie, als die humanitäre Hilfe startete. Pfarrer Heinz Holtmann sei bereits Anfang der 1990er-Jahre in dem kleinen Land an der Ostsee gewesen und habe erkannt, dass die Menschen dringend auf Hilfe angewiesen waren. Auch die Malteser sprachen die Kolpingsfamilie an, ob sie sich einbringen könne. Nach entsprechenden Aufrufen in den Medien kamen viele Geld- und Sachspenden zusammen.

„Die Firma Schröder hat gebrauchte Landmaschinen zur Verfügung gestellt“, erinnert sich Lambertz. Es wurden Krankenhausbetten, Geschirr und OP-Material auf die Lkw verladen. „Selbst die Schulmöbel aus der alten Wallschule haben wir nach Litauen gebracht.“ Die Hilfe ging an die Menschen in Marijampole, Druskininkai und Kazla Ruda – Orte nahe der Grenze zu Polen. Besonders Kindergärten, das Familienzentrum und die Sozialküche der örtlichen Caritas wurden in den elf Jahren unterstützt. Allein das Krankenhaus in Druskininkai erhielt 100 Krankenbetten, Medikamenten-Schränke und Essenswagen. Geld- wie Sachspenden wurden gezielt über die örtliche Caritas, aber auch über die 1995 in Marijampole gegründete Kolpingsfamilie verteilt. Besonders in der Vorweihnachtszeit wurden Päckchen gepackt. Am 6. Dezember 2005 brachte die Kolpingsfamilie Wildeshausen den 36. und letzten Transport ins Baltikum auf den Weg.

Eingestellt wurden die Hilfstransporte, weil der Spendenfluss versiegte. „Es ist leider nicht mehr möglich, Hilfsgüter zu bekommen, die wirklich dort gebraucht werden“, erklärte Lambertz vor 14 Jahren. Auch sei die Bereitschaft der Bürger zu Geldspenden seit dem Beitritt Litauens zur Europäischen Union stetig gesunken.

Die Kolpingsfamilie habe ihre Unterstützung für Litauen immer unter dem Aspekt „Hilfe zur Selbsthilfe“ gesehen, betont Lambertz. Immer wieder waren Wildeshauser vor Ort und konnten sich über den Verbleib und die Verwendung der Hilfsgüter informieren. Aber auch andernorts hinterließ die Kolpingsfamilie Spuren: Auf dem „Berg der Kreuze“, ein Wallfahrtsort bei Siauliai, wurde im Jahr 2000 ein Kreuz mit dem Kolping-Logo und dem Wildeshauser „Töpfer-W“ aufgestellt. „Karl Schütte hatte das angeregt“, bemerkt Lambertz. Im Juli 2002 wurde das Holzkreuz von Franz von Döllen repariert. Vor etwa neun Jahren sei er mit dem inzwischen verstorbenen Karl Schütte zuletzt bei den Freunden in Litauen gewesen.

Ein Know-how-Transfer gehörte ebenfalls zur vielschichtigen Wildeshauser Litauen-Hilfe: So hielten sich die litauischen Ärzte Dr. Marius Purtokas, Chefarzt der Chirurgie in Marijampole, und Dr. Vitas Schimkonis, Leiter einer Klinik in Druskininkai, zu Beginn des neuen Jahrtausends am Krankenhaus Johanneum auf, um sich einiges von den Kollegen abzuschauen. Bereits im Jahr 1992 erlernten sie hier die Grundlagen der sogenannten Schlüsselloch-Chirurgie und setzten sie in ihrer Heimat durch.

Leider gebe es bis auf gelegentliche Weihnachts- oder Ostergrüße nur noch wenige Kontakte zu den damaligen Akteuren in Litauen, bedauert Lambertz heute. Eine neue Generation sei inzwischen am Ruder. Die Hilfe der Wildeshauser Bürger habe aber nachhaltig gewirkt.

Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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