Wildeshausen - Der SV Werder Bremen hat sich beim 29. Wildeshauser Nikolauslauf einen Doppelsieg gesichert. Auf der längsten Strecke der Traditionsveranstaltung über 12,5 Kilometer erreichten Karim Latifi in 46:18 Minuten sowie Kilian Lilje (47:12) den ersten und zweiten Platz. Der Drittplatzierte Michael Lüesse aus Vechta (48:57) ist in Ahlhorn geboren und war vor elf Jahren zuletzt in Wildeshausen dabei. Ende der 90er spielte Lüesse Fußball beim VfL und hat dadurch auch weiterhin einen Bezug zur Kreisstadt.
Bester Starter aus dem Landkreis war Stephan Doodeman vom Lauftreff Ganderkesee, der nach 50:38 Minuten auf Platz fünf finishte. Die schnellste Frau war Silke Hillers (LSF Oldenburg/57:51) vor Arian Brems vom Wildeshauser Lauftreff (1:00:40).
Ein äußerst kurioses Ende hatte es zuvor bei der mittleren Strecke gegeben. Nach 6,4 Kilometern hatten im Zielbereich eigentlich alle den großen Favoriten Michael Majewski vom BV Garrel ganz vorne erwartet. Doch vom Volkslaufspezialisten und Sieger aus dem Jahr 2016 war (zunächst) nichts zu sehen. Stattdessen gewann Rudi Siemens aus Emstek mit einer Zeit von 23:40 Minuten. Siemens ist Hobbyläufer und war das erste Mal beim Nikolauslauf dabei. Zweitplatzierter wurde Sascha Kroll, der trotz einer Bänderdehnung und einem kleinen Umweg das Ziel in 24:39 Minuten erreichte. Und Michael Majewski? Der hatte unfreiwillige einen noch längeren Umweg genommen. „Ich bin zwei Kilometer mehr gelaufen“, meinte der 29-Jährige im Ziel hörbar verstimmt. Majewski hatte das Feld vom Start weg dominiert und sich ziemlich schnell einen großen Vorsprung erlaufen. „Nach etwa 3,5 Kilometern haben mich dann zwei Streckenposten in die falsche Richtung geleitet“, berichtete der Garreler. Als er bemerkte, dass er auf Irrwegen unterwegs war, drehte er um – konnte Siemens und Kroll aber nicht mehr einholen. „Das tut mir sehr leid“, entschuldigte sich Organisator Torsten Iverssen später für die Umstände auf der Laufstrecke.
Insgesamt hatten ihn 15 Helfer unterstützt, sorgten unter anderem für die Versorgung im Zielbereich, Zeitnahme und die Siegerehrung. Für Majewski allerdings nur ein schwacher Trost. „Das ist sehr ärgerlich, und so etwas habe ich auch noch nie erlebt“, schüttelte der erfahrene Läufer den Kopf. Ursprünglich hatte er im Anschluss auch die 12,5 Kilometer laufen wollen, verzichtete dann aber darauf.
Schnellste Frau über die 6,4 Kilometer war Tatjana Rupprecht (Hammelwarder Sprinter/33:28) vor Sandra Lueken (TSV Großenkneten/33:33).
Den zwei Kilometer langen Schülerlauf gewann Arved Horn vom SC Wildeshausen in 8:37 Minuten vor Paul Witmer (BV Garrel/8:42). Schnellstes Mädchen war Franziska Fehr (1. TCO Die Bären/9:47) vor Josephine Lübbing von der Grundschule Harpstedt (9:51).
Unter den Teilnehmenden waren auch zwei „Engel“. Agnes Hänßler aus Vechta ist zusammen mit ihrem spanischen Terrier angetreten. Beide waren mit schneeweißen Engelsflügeln geschmückt auf die Strecke gegangen. „Mit Boomer habe ich bereits an einigen Hundeläufen teilgenommen“, so Hänßler.
Im nächsten Jahr wird der Nikolauslauf zum 30. Mal stattfinden. „Für dieses Ereignis werden wir uns etwas einfallen lassen“, freute sich Iverssen bereits auf den kommenden Lauf in Wildeshausen.
