Wildeshausen - Volker Sternberg ahnt vermutlich, welche Frage sich als erstes stellt – deshalb winkt er sofort ab. „Frag mich nicht, wie viele Glühbirnen es sind.“ Die Glühlämpchen am Ochsenbergweg 12 in Wildeshausen zu zählen, dürfte in der Tat mühselig werden: Seit 13 Jahren schmückt Sternberg zur Weihnachtszeit sein Haus auf dem gut 300 Quadratmeter großen Grundstück mit reichlich Lichtern und Figuren.
Es muss festlich bleiben
Bei einer Zahl ist sich der 52-Jährige aber sicher: „Für die Beleuchtung brauche ich 47 Stecker.“ Das Dach ist mit Lichterketten umrahmt, Büsche sind beleuchtet, neu ist der Schneemann im Vorgarten. Sternberg hat noch mehr Dekoartikel auf Lager. „Aber sonst wird es zu viel des Guten“, sagt er auch mit Blick auf das stark beleuchtete Weihnachtshaus in Delmenhorst. Ab einer gewissen Grenze habe solch ein beleuchtetes Haus einen Jahrmarkt-Charakter, „das ist too much“. Sternberg möchte es festlich halten. Dass es trotzdem nicht „zu viel“ wird, dafür sorgt Frau Sonja: „Sie bremst mich dann aus.“
Unter dem Motto „So festlich leuchtet der Landkreis Oldenburg“ sucht die NWZ-Redaktion die schönsten Fotos von weihnachtlich geschmückten Häusern, Fenstern und Co. Schicken Sie uns Bilder von Ihrem Zuhause mit dem Namen des Fotografen und des Wohnortes bis Sonntag, 20. Dezember, per E-Mail an red.wildeshausen@nwzmedien.de. Die schönsten Fotos werden veröffentlicht.
Da Menschen, die sich das Haus in Delmenhorst anschauten, die coronabedingten Abstände untereinander nicht einhielten, musste dort der Stecker gezogen werden. So schlimm sei es hier nicht, sagt der Wildeshauser. „Viele Eltern und Kinder kommen abends vorbei, um es sich anzuschauen.“ Beschwerden habe es noch keine gegeben. Nur schon mal traurige Kinderaugen, weil die Beleuchtung noch nicht eingeschaltet war.
Für Empörung unter den Wildeshausern hat zudem ein Diebstahl gesorgt: „Vor drei Jahren wurde der Weihnachtsmann geklaut. Seitdem sind die Figuren gesichert und alles ist videoüberwacht.“ Und einen neuen Weihnachtsmann hat Sternberg auch besorgt: Der gut 1,20 Meter kleine Mann steht vor der Haustür. „Wenn man seinen linken Fuß antippt, singt und tanzt er“, freut sich Sternberg, der beruflich nichts mit Schmücken, sondern dem Verkauf von Kunstrasen zu tun hat.
Keine Ableuchtparty
Der Film „Schöne Bescherung“ (1989) gab den Anstoß zum Schmücken: Hauptdarsteller Chevy Chase legt im Film die Stromversorgung der Stadt lahm, um sein Haus zu beleuchten. Ganz so stark wollte Volker Sternberg nicht übertreiben. Aber unauffällige Deko sollte es auch nicht sein. „Von null auf 100“, beschreibt er das erste Jahr, in dem er sein Haus beleuchtete. Seitdem ist ihm alle Jahre wieder sein Vater behilflich, um innerhalb von zwei Tagen alles zu schmücken.
Vor ein paar Jahren veranstalteten Frau Sonja und er zwischen Weihnachten und Neujahr die erste „Ableuchtparty“: „Wir wollten ein paar enge Freunde einladen – letztlich waren es 130 Leute.“ In den Jahren danach waren es immer gut 50 bis 60 Gäste. Coronabedingt fällt die Party dieses Mal aus. Ob sie im nächsten Jahr gefeiert wird? Sternberg lässt es offen: „Wir organisieren es immer spontan.“
Gelassen bleibt er auch bezüglich der Stromkosten. Genaue Zahlen nennt er nicht. „Aber es sind LED-Lampen. Das ist nicht viel. Sich im Sommer Bier herunterzukühlen, ist teurer.“
