Wildeshausen - Nach mehr als einem Jahr gibt es endlich die gute Nachricht: Lisa Fritsche darf durch die neuen Corona-Vorgaben wieder in die Altenpflegeeinrichtung Alexanderstift in Wildeshausen. Sie engagiert sich dort seit April 2017 ehrenamtlich.
Regelmäßiger Besuch
„Mir fehlt es“, sagt die 58-jährige Wildeshauserin, die seit Beginn der Pandemie nicht ins Heim kommen durfte. Dort betreut sie eine Bewohnerin. „Wir sind total auf einer Wellenlänge“, schwärmt Lisa Fritsche. Normalerweise besucht sie die Seniorin im Schnitt einmal in der Woche, um zu reden oder an die frische Luft zu gehen.
„Ich möchte etwas Gutes zurückgeben“, sagt sie über ihre Motivation für ihr Engagement. Durch die Zeitung sei sie auf die Freiwilligenagentur „Misch mit“ aufmerksam geworden, die ihr die Stelle im Alexanderstift vermittelt hat.
Etwa 40 Ehrenamtliche sind dort tätig, erzählt Anke Koch, die für deren Betreuung im Seniorenheim zuständig ist. „Sie haben einen hohen Stellenwert bei uns, weil wir sonst viele Angebote nicht machen könnten“, sagt sie.
Wenn sich jemand Neues meldet und für ein Ehrenamt interessiert, versuche sie, im Gespräch herauszufinden, was am besten passt: ob eine Einzelbetreuung, Unterstützung bei Veranstaltungen, Botengänge oder anderes. Sie nimmt sich Zeit. Das findet auch Thorben Kienert, Leiter von „Misch mit“, wichtig, denn ein Ehrenamt verdiene Wertschätzung. So war es auch bei Fritsche, die beruflich kürzer treten musste und die freie Zeit nutzen wollte, sich zu engagieren. Ihr gefällt, dass es ein Geben und Nehmen ist. Auch die flexible Zeiteinteilung ist für sie wegen ihrer Schichtdienste praktisch.
Auch Tränen fließen
Wenn sie „ihre“ Bewohnerin besucht, geht sie mit ihr so um, wie sie es mit eigenen Angehörigen auch würde. Dass dabei nicht nur fröhliche Gespräche zustandekommen, ist klar: „Es fließen auch mal Tränen“, sagt Fritsche. Wenn sie am Ende wieder zusammen lachen, hat sie ihr Ziel erreicht: Sie hat etwas Gutes getan.
