Wildeshausen/Aldrup - „Eine sehr erfreuliche Wendung, die diese unendliche Geschichte genommen hat“, hielt Günter Lübke (Pro Wildeshausen) während der Bauausschusssitzung der Stadt Wildeshausen fest. Es ging um das Repowering der beiden Windenergieanlagen in Aldrup. Das angrenzende kartoffelverarbeitende Unternehmen Agrarfrost hat den Widerstand gegen das Vorhaben eingestellt. Bauamtsleiter Hans Ufferfilge erklärte, dass sogar der Wunsch bestehe, eine weitere Anlage zu planen.
„Geeignete Fläche“
„Von Anfang an war es eine geeignete Fläche“, betonte Lübke. Auch Ausschussvorsitzender Stephan Dieckmann (SPD) lobte die „erfreuliche Entwicklung“. Jens-Peter Hennken (CDW) hatte zuvor beantragt, die Bauleitplanung zum Repowering mindestens einer Windenergieanlage wieder aufzunehmen. Karl Schulze Temming-Hanhoff (fraktionslos) wunderte sich, dass auf Grundlage des Antrags ein anderer Beschlussvorschlag entstand: nämlich dass nicht nur das Repowering-Verfahren wieder aufgenommen, sondern die Verwaltung auch beauftragt wird, dass eine dritte Windkraftanlage abgestimmt wird. Zudem soll eine städtebauliche Entwicklung im angrenzenden Bereich auf die etwaige Ausweisung von weiteren oder neuen Gewerbe- und Industriegebieten geprüft werden. „Für die dritte Windkraftanlage wäre ein neuer Bebauungsplan aufzustellen“, so Schulze Temming-Hanhoff.
Hans Ufferfilge hielt dagegen: „Sie müssen uns erlauben, das zu modifizieren – sonst hätte sich der Antragsteller längst bei mir gemeldet.“ Schulze Temming-Hanhoff stellte eine Vermutung auf, weswegen Agrarfrost den Widerstand aufgegeben hatte: Die Energie-Krise treffe auch das Unternehmen, „Agrarfrost hofft jetzt, dass durch die Windkraftanlage die notwendige Energie zur Verfügung gestellt wird“.
Bezüglich der dritten Anlage sagte Rainer Kolloge (UWG), dass genau überlegt und abgewägt werden müsse: „Wir sind auf der Suche nach Potentialflächen für gewerbliche und industrielle Vorhaben – und das ist so eine mögliche Potentialfläche.“
B-Plan neu anfassen
Es gehe jetzt nicht nur um Repowering, „heute soll die Situation neu bewertet werden. Das setzt voraus, dass der Bebauungsplan neu angefasst wird“, sagte Wolfgang Sasse (CDU). Jetzt müsse man schauen, was sich entwickelt.
Das Vorhaben, die zwei bestehenden Anlagen gegen stärkere auszutauschen, war in den vergangenen Jahren mehrmals gescheitert.
