Hude - Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt in der Gemeinde Hude hat die Entscheidung über Windkraftanlagen im Nordenholzer und Hohenbökener Moor vertagt. Die Ausschussmitglieder befürworteten in der Sitzung am Mittwoch mehrheitlich einen Antrag von Karin Rohde (Bündnis 90/Die Grünen): Demnach soll zunächst abgewartet werden, welche Potenzialflächen für Windkraftanlagen vom Landkreis Oldenburg ins Auge gefasst werden. „Ich möchte sehen, was der Landkreis vorstellt“, sagte Rohde. Die Beratung über eine mögliche Änderung des Flächennutzungsplans für den Bau von Windkraftanlagen auf Huder Gebiet soll in einer der nächsten Sitzungen des Ausschusses erfolgen.
Das Bremer Unternehmen wpd plant einen interkommunalen Windpark in den Gemeinden Hude und Ganderkesee. Doch da Teile des Windparks in einem Landschaftsschutzgebiet liegen, ist das Vorhaben umstritten.
Laut aktuellem Planungsstand könnten zwei Anlagen auf dem Gebiet der Gemeinde Hude entstehen. wpd-Geschäftsführer Rami Ramadan, der selbst in Hude wohnt, warb in der Sitzung für das Projekt. Er verwies auf Exkursionen und Gespräche mit dem Ganderkeseer Landschaftsökologen Dr. Klaus Handke, Gutachter Marc Reichenbach sowie Naturschutzverbänden und Vereinen, die zu einem Kompromiss geführt hätten. Demnach sollen weniger Windkraftanlagen gebaut und besonders schützenswerte Flächen ausgespart werden.
Wiedervernässung?
Für den schützenswerten Norden der Fläche kann sich Ramadan eine Wiedervernässung von Moorflächen vorstellen. Er sprach von einer „großen Chance“ und berichtete, dass er bereits mit einer namhaften Moor-Forscherin gesprochen habe. Außerdem soll ein Moor-Experte eine Kartierung vornehmen. „Wir wollen wissen, ob es überhaupt Torf gibt, den man wiedervernässen könnte.“ Der Projektierer machte weiterhin deutlich, dass die rund 100 Flächen-Eigentümer durch den geplanten Windpark mit Pachteinnahmen eine Perspektive hätten. Ferner rechnete er vor, dass über 20 Jahre hinweg Einnahmen von rund 175 000 Euro jährlich bei der Gemeinde Hude landen würden.
Laut Bürgermeister Jörg Skatulla (parteilos) geht es bei dem Beschluss zur Aufstellung eines Flächennutzungsplans zunächst nur um die politische Entscheidung, ob man den Windpark wolle oder nicht. Alle weiteren Abwägungsgründe würden später im Verfahren noch geprüft. Nach Angaben des Bürgermeisters sollen die Pläne des Landkreises für Windkraft-Standorte in Kürze in den politischen Gremien vorgestellt werden.
Kreis-Ergebnis abwarten
Bedenken gegen das Projekt im Moor kamen aus der Zuhörerschaft und auch aus den Reihen der Ausschussmitglieder. Karin Rohde kritisierte, dass sich das Gutachten von Klaus Handke nur auf den Vogelschutz beziehe, andere Tiere aber bisher nicht berücksichtigt worden seien. Christian Suhr (Die Linke) sah Schwierigkeiten, die Wiedervernässung des Moores mit den Vorgaben für ein Landschaftsschutzgebiet in Einklang zu bringen. Auch das Thema Grundwassersicherheit müsse betrachtet werden.
„Nicht um jeden Preis“
Christian Lüdke (Bündnis 90/Die Grünen) sprach sich ebenfalls gegen das Vorhaben aus: „Wir brauchen mehr regenerative Energien, aber nicht um jeden Preis und auf jeder Fläche.“ Auch er plädierte dafür, die Informationen des Landkreises zu möglichen Windkraft-Flächen abzuwarten. Möglicherweise brauche man die Fläche im Hohenbökener Moor gar nicht mehr, wenn es im Landkreis ausreichend andere Gebiete gebe, hieß es in der Sitzung.
