Hude - In Holle und Hurrel stehen bereits Windräder, in Nordenholzermoor könnte bald ein weiterer Windpark in der Gemeinde Hude entstehen. Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt hat dem Beschluss der Verwaltung mit einer klaren Mehrheit zugestimmt, die Planung eines gemeinsamen Windparks mit der Gemeinde Ganderkesee in Angriff zu nehmen. Zwölf Windenergieanlagen in einer Höhe von 250 Meter sind angedacht, von denen vier Anlagen auf Huder Gebiet gebaut werden sollen. Hinter dem Vorhaben steht ein Investor, mit der die Gemeinde seit Juli 2022 in Kontakt steht, und der erste Pläne und Vorstellungen ausgearbeitet hat. Die Gemeinde Ganderkesee hat die Absicht zur Planung des Parks bereits im Januar befürwortet, nun hat Hude nachgezogen. Bei dem Beschluss handelt es sich indes nur um eine Absichtserklärung – bevor es um den Bau geht, soll weitere Untersuchungen folgen.
Spannungsverhältnis
Kontra gab es von den Ausschussmitgliedern der Grünen-Fraktion, die sich gegen die Errichtung eines Windparks auf dem Gebiet im Nordenholzermoor aussprachen. Beim Nordenholzermoor handelt es sich um ein Landschaftsschutzgebiet, daher würden sich die Grünen in einem „Spannungsverhältnis zwischen Klima- und Landschaftsschutz“ befinden, betonte Christian Lüdke für seine Fraktion. Er warnte vor „vorschnellen Handlungen“. Man wolle prüfen lassen, ob es geeignetere Orte für einen Windpark gebe. Parteikollegin Karin Rohde verwies auf die bestandsbedrohten Wiesenvögel, die dort beheimatet sind und warnte vor der Zerstörung der Grünlandfläche. Sie forderte eine Potenzialflächenanalyse, um zu ermitteln, wie viele Flächen Hude prozentual bereits für Windkraft ausgewiesen hat und ob man nicht bereits genug tun würde. Der Antrag der Grünen, den Beschluss um einige Monate zu vertagen, bis man Alternativen geprüft habe, wurde von der Mehrheit abgelehnt.
Ländliche Solidarität
Scharfe Kritik an den Grünen-Vertretern übte Ausschussvorsitzender Dirk Vorlauf (CDU): „Wenn alle Gemeinden so argumentieren, wie es hier gemacht wird, wird Deutschland seine Klimaziele niemals erreichen.“ Die CDU befürwortete den Beschluss. Vorlauf verwies auf die Flächenziele für Windkraft der Bundesregierung: Nach denen muss das Land Niedersachsen 2,2 Prozent der Flächen als Windenergieflächen ausweisen. „Oldenburg und Delmenhorst werden es nicht schaffen, daher sollte vom ländlichen Raum etwas mehr Solidarität kommen.“
Auch die SPD befürwortete den Beschluss – Ulrike Janz-Janzen zeigte aber zumindest Verständnis für die Position der Grünen: „Das Gebiet ist nicht ideal und wir hätten gerne alternative Flächen“, so die Architektin, „aber die gibt es nicht.“ Es gebe nicht viele Formen von erneuerbaren Energien, auch Photovoltaik sei auch nur „ein Tropfen auf den heißen Stein“. Es sei grob fahrlässig, das Nordenholzermoor als Standort für einen Windpark auszuschließen.
Sorge um Landwirtschaft
Kritik gab es von Christian Suhr (Linke). Er bekundete er seine Sorge um die Landwirtschaft vor Ort und stellte die Frage, wie man einen ökologischen Ausgleich schaffen wolle. Wilfried Siems (CDU) entgegnete, dass beispielsweise die Flächen im Holler Windpark weiterhin landwirtschaftlich nutzbar seien. „Wir können ein Zeichen setzen, dass wir die Energieversorgung ernst nehmen“, betonte Bürgermeister Jörg Skatulla (parteilos). Man solle sich jetzt auf den Weg machen, und nicht erst in drei Monaten.
