Winkelsett - Die letzte Sitzung dieser Wahlperiode nutzten die Ratsmitglieder der Mitgliedsgemeinde Winkelsett in der Samtgemeinde Harpstedt nicht, um ausscheidende und langjährige Gemeinderatsmitglieder zu ehren. Sie brachten sich gemeinsam über den Abnahmetermin der Kompensationsmaßnahmen im Rahmen des „Windparks Winkelsett 2“ auf den Stand der Dinge.
„Über personelle Veränderungen in unserem Gemeinderat werden wir in der konstituierenden Sitzung informieren und auch Ehrungen vornehmen“, sagte Bürgermeister Willi Beneke (UWGW). Neun Ratsmitglieder, sieben aus der Unabhängigen Wählergemeinschaft und zwei von Bündnis 90/Die Grünen, bilden bislang den Rat.
Städtebaulicher Vertrag
Bevor Beneke den einzigen Tagesordnungspunkt neben den Regularien aufrief, gab er seinen Bericht ab. Demnach wird das Unicycle-Team Harpstedt fünf Obstbäume auf einer Fläche zwischen Schießstand und dem angrenzenden Betrieb spenden bzw. pflanzen. Angemahnt wurde von Gemeindeseite der Termin mit der Netzbetreiber-Firma Tennet zur Abnahme der Straßenzustände im Umfeld der Bauarbeiten. Im Namen des Gemeinderates führte Andreas Mikutta (Grüne) danach durch den Punkt „WP Winkelsett 2“. Dazu gehörten die Kompensationsmaßnahmen und die Darstellung des Städtebaulichen Vertrages durch den Biologen Volker Moritz und den Ingenieur Norbert Seidel vom Büro Moritz Umweltplanung in Oldenburg.
Jens Hüfner, Bauamtsleiter der Samtgemeinde Harpstedt, wies zuvor auf die umfangreiche Feinarbeit seitens der Gemeinde mit dem Gutachten hin. Dies sei Grundlage für den Grünordnungsplan gewesen. Der Städtebauliche Vertrag sei notwendig, weil Grundstücke mit Windanlagen im privaten Eigentum stünden. Kostenübernahmen und auch Artenschutz würden so geregelt.
Hecken als Biotope
Über Monitoring und bereits abgeschlossene Kompensationsmaßnahmen sprach Moritz in seinem Vortrag. Nach der Planungsentwicklung zum Bebauungsplan Nr. 2 „WP Winkelsett“ in 2016 sei es um den Grünordnungsplan (GOP) gegangen. Im GOP wird unter anderem der Umfang der erheblichen Beeinträchtigungen und die vorgesehenen Maßnahmen zur Vermeidung in Bezug auf Ausgleich und Ersatz dargestellt. Die Endfassung lag am 29. November 2016 bereits vor. Für den Städtebaulichen Vertrag wurde sich jetzt der Angaben aus dem GOP bedient und die Maßnahmen abgenommen.
In seinen Ausführungen ging Moritz auf bedrohte Arten wie Rohrweihe, Mäusebussard und Feldlerche ein und zeigte die Rückzugsflächen für die Vogelarten. So erhielten die Feldlerchen beispielsweise vier Sandbadestellen. Hecken wurden ferner als Biotope in die Landschaft auf einer Länge von zwei Kilometern gepflanzt. Brutbiotope und Flächen für Nahrungssuche für die drei genannten Vogelarten wurden auf elf Flächen mit 18,1 Hektar – plus einer Landkreisfläche in der Summe auf 20 Hektar – angelegt. Flächen-Management und -Pflege erfolgt kontinuierlich während der Saison, je nach Gegebenheiten und Notwendigkeiten würden Mäharbeiten vorgenommen.
„Natur nicht planbar“
Moritz: Natur sei nicht planbar, Entwicklungen nicht statisch und nicht vorhersehbar. Außerdem seien verschiedene Pflegemaßnahmen von Zeit zu Zeit notwendig, wie zum Beispiel Freistellen und Rückschnitte. Im Vortrag zeigten die Planer die letzten Umsetzungen dieses Jahres auf. Jedes Jahr werde es einen Überblick über den Erfolg und Stand der Maßnahmen geben.
