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Klaus Dörrbeck ist Vorsitzender der Selbsthilfegruppe für Alkohol- und Medikamentengefährdete und deren Angehörige in Bookholzberg (SAM). Er hatte die Gruppe zusammen mit dem zweiten Vorsitzenden Ulf Behnken gegründet.
FRAGE:
Herr Dörrbeck, seit wann gibt es SAM eigentlich?
DÖRRBECK
: Manchmal können wir es selbst kaum glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist. Wir können bereits auf 15-jähriges Bestehen zurückblicken.
FRAGE:
Was war der Anlass für die Gründung?
DÖRRBECK
: Es gab einige Bookholzberger, die in der Guttempler-Gemeinschaft aktiv waren, aber mehr Eigenständigkeit der Gruppe haben und nicht die Verwaltungskosten einer großen Organisation mittragen wollten. Daraus entstand der Impuls, eine eigenständige Selbsthilfegruppe zu etablieren.
FRAGE:
Sie agieren jetzt völlig allein?
DÖRRBECK
: Wir gehören zwar keinem Verband mehr an, sind aber der Kirchengemeinde Bookholzberg sehr verbunden. Und die Zusammenarbeit mit der Diakonie und der Fachstelle Sucht des Landkreises ist schon sehr eng.
FRAGE:
Wie groß ist die Gruppe?
DÖRRBECK
: Derzeit haben wir 14 Mitglieder sowie zwischen sechs und neun Gäste, die an den wöchentlichen Treffen teilnehmen.
FRAGE:
Gibt es Voraussetzungen, um an den Treffen teilnehmen zu dürfen?
DÖRRBECK
: Wer an den Sitzungen teilnimmt, sollte sich dafür entschieden haben, abstinent zu leben. Mitglieder müssen sich bei der Aufnahme verpflichten, auf Suchtmittel zu verzichten.
FRAGE:
Schließen Sie Angehörige von Abhängigen von den Sitzungen aus?
DÖRRBECK
: Ganz im Gegenteil! Wir legen großen Wert darauf, dass auch die Angehörigen, in der Regel also die jeweiligen Partner, mit einbezogen werden. Es gibt ja viele Menschen, die nicht wissen, wie sie mit einem Partner umgehen sollen, der ständig betrunken ist.
FRAGE:
Sie sind Anlaufstelle für Menschen mit Alkohol- oder Arzneimittelproblematik. Andere Süchte spielen keine Rolle?
DÖRRBECK
: Damit wären wir überfordert. Spielsucht oder Konsum illegaler Drogen sind eine ganz spezielle Problematik.
FRAGE:
Wie weit reicht Ihre fachliche Kompetenz?
DÖRRBECK
: Wir wissen als ehrenamtliche Suchtgefährdetenhelfer, wo unsere Grenzen sind. Deshalb vermitteln wir auch Kontakte zu Beratungsstellen und Therapieeinrichtungen.