• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

„A-Lage nur vor Supermärkten“

28.03.2014

Ganderkesee Wer heute die Situation des Einzelhandels im Ort Ganderkesee analysieren will, der, so sagt Werner Hagstedt, müsse seinen Blick auch in die Vergangenheit richten. Denn schon vor Jahrzehnten, als er selbst noch eine Fleischerei im Ort betrieb, habe Ganderkesee sich um die Ansiedlung von Märkten bemüht und damit den Grundstein für einen „Märktekampf“ gelegt. Eine Folge: Kleine Geschäfte „wurden zerquetscht, heute spielen sie keine Rolle mehr“. Aber: Trotzdem sieht der Geschäftsmann Chancen auch für den kleinen Einzelhandel.

Konzept benennt auch Potenziale

Das Einzelhandelsangebot im Ort Ganderkesee umfasste im Jahr 2010 laut Einzelhandelskonzept der Gemeinde etwa 10 450 Quadratmeter in 64 Betrieben. Mittlerweile habe sich die Quadratmeterzahl insbesondere wegen des Famila-Neubaus wohl erhöht, so ein Hinweis von Wirtschaftsförderin Christa Linnemann. Aufzeichnungen über Leerstände gebe es nicht.

Entwicklungspotenziale (für Erweiterungen oder neue Betriebe) sieht das Konzept, allerdings bezogen auf die gesamte Gemeinde, zum Beispiel bei Büchern, Schreib- und Spielwaren, Bekleidung/Wäsche, Elektro, Foto und Medien.

Was aktuell für viele Kunden zähle, sei die Frage, welcher Markt mit Qualität, mit seinem Angebot, mit dem Preis überzeugt – und welcher den wertvollen Einzelhandel eingebunden hat. Wer heute eine A-Lage im Ort suche, der finde die „bei den Märkten vor der Tür“, aber nicht in der Rathausstraße. „Die Rathausstraße bewerte ich als B-Lage, je geringer, je weiter das jeweilige Geschäft vom nächsten Markt entfernt ist.“

Eine Folge sei, dass Vermieter für kleine Läden im Ort nicht die Pacht bekämen, die sie haben müssten. Aus demselben Grund würden auch keine neuen Läden gebaut, das rechne sich einfach nicht bei fünf Euro Pacht pro Quadratmeter und Monat. Was Hagstedt befürchtet: „Dass in der Folge der aktuellen Neubautätigkeit der Märkte mehr Leerstände entstehen“.

Und die Chancen für die „kleinen Läden“? Diese Chancen, so ist der Ganderkeseer überzeugt, „gibt es nur für Geschäfte mit Alleinstellungsmerkmal, für Geschäfte, die sich spezialisiert haben.“

Aber wie? „Für die kleinen Läden sehe ich zum Beispiel die Möglichkeit, mehr auf ältere Leute zuzugehen, denn darunter gibt es auch Menschen, die sich unwohl fühlen in großen Märkten.“ Das erfordere, Waren in der richtigen Höhe anzubieten, die Zufahrt zu erleichtern, mehr Service, eine gute Bedienung.

Für denkbar hält Hagstedt auch einen Haus-Service. Vor Jahren seien zum Beispiel Kohlen nach Haus gebracht worden. Das könne man heute für andere Waren anbieten.

Und das Internet? „Das ist eine Gefahr für alle Branchen, eine Riesengefahr sogar.“ Wer dem entgegenwirken wolle, der müsse zweispurig fahren, dem Kunden zeigen: Bei mir kannst Du Beratung erhalten und auch via PC bestellen.

Karsten Kolloge
Harpstedt
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2706

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.