• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Rettungsanker für Ahlhorner Fischteiche gesucht

05.07.2019

Ahlhorn /Emstek Die Tier- und Pflanzenwelt an den Ahlhorner Fischteichen ist in Gefahr. Der Grund: zu wenig Wasser und zu viel Nitrat. Das 465 Hektar große Naturschutzgebiet ist bei der Europäischen Union als FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat) gemeldet. Doch das Forstamt Ahlhorn und der Naturschutzbund (Nabu) haben Bedenken, dass die dafür notwendigen Auflagen nicht mehr eingehalten werden können. Die Folge: Deutschland müsste Strafe zahlen. Bevor es soweit kommt, sollte das Geld besser in den Naturschutz gesteckt werden. Das hat die Leiterin des Forstamtes Ahlhorn, Regina Dörrie, am Mittwoch bei einem Besuch von Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies an den Ahlhorner Fischteichen deutlich gemacht. Nächste Woche wird das Forstamt auch im Landwirtschaftsministerium in Hannover vorstellig.

„Es ist nicht fünf vor zwölf, sondern eine Minute vor zwölf“, sagte Dörrie. Pflanzen wie der Schlammling und der Wasserpfeffertännel, die auf der Roten Liste stünden, seien bereits deutlich in ihrem Bestand reduziert. Damit sie gedeihen könnten, werde nährstoffarmes Wasser benötigt. Das sei aber aufgrund der Nitratbelastung aus dem Oberlauf der Lethe nicht gegeben.

Zu viel Nitrat

Wie berichtet, beträgt der Nitratgehalt eingangs der Fischteiche 37 Milligramm pro Liter, am Auslauf noch fünf Milligramm. Oder anders gesagt: Pro Jahr fließen 167 Tonnen Nitrat in die Fischteichen, es fließen aber nur 34 Tonnen wieder ab.

Der Großteil versickert laut Dörrie in den Teichen, deren Wasserstände zu niedrig seien. Der massive Wassermangel und der hohe Nitratgehalt führten nicht nur dazu, dass sich der Wasser-Schwaden (Sumpfpflanze) stark vermehre, sondern auch, dass immer wieder Notabfischungen erforderlich seien. Amphibien wie die seltenen Neunaugen und Kammmolche seien in ihren Beständen erheblich zurückgegangen.

In der Gesprächsrunde mit dem Umweltminister, an dem auch die beiden CDU-Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Bley (Garrel) und Christoph Eilers (Cappeln) teilnahmen, wurde deutlich, dass die Probleme mehrschichtig sind. Es fließt 50 Prozent mehr Wasser aus der Teichwirtschaft ab, als durch die Lethe hineinkommt. Der Grundwasserspiegel ist gesunken, was aber nicht allein dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband, der im Umfeld Wasser fördert, angelastet wird. Es gibt auch große Firmen und landwirtschaftliche Betriebe, auf Oldenburger wie auf Cloppenburger Seite, die erhebliche Wassermengen benötigen. Der geringe Niederschlag wurde als weiteres Problem genannt.

Nach Ansicht des stellvertretenden Forstamtsleiters Stefan Grußdorf ist es erforderlich, am Lethe-Oberlauf tätig zu werden, also im Bereich Gartherfeld und Halen, wo der Bach entspringt. Von dort kämen zu wenig Wasser und zu viel Nitrat. Statt intensivem Ackerbau sollte dort auf extensive Grünlandwirtschaft umgestellt werden. „Mit Geld kommen wir da aber nicht weiter. Es funktioniert nur über einen Flächentausch“, so Grußdorf.

Kaum Land zu kaufen

Nach Aussagen von Norbert Meiners vom Landkreises Cloppenburg seien in den vergangenen Jahren mehrere Anläufe unternommen worden – aber ohne Erfolg. Die Landwirte seien kaum bereit, Flächen abzugeben.

Rüdiger Wohlers vom Nabu sprach davon, dass es keinen Sinn mache, irgendwelche Schuldzuweisungen zu treffen. Er schlug einen Runden Tisch zur Rettung der Ahlhorner Fischteiche vor. „Bei werterhaltenden Arten ist es unsere Pflicht zu handeln“, sagte Wohlers.

Für Karl-Heinz Bley kann von den genannten Dingen außer am Niederschlag überall dran gedreht werden. Deshalb müssten alle Aspekte überprüft werden. Sein CDU-Kollege Christoph Eilers interessierte sich für die Flächeneigentümer an der oberen Lethe, um Gespräche führen zu können.

Der Umweltminister machte deutlich, dass es zwar auch um Strafzahlungen an die EU gehe. Wichtiger sei jedoch, Lebensräume wie die Ahlhorner Fischteiche für die nachfolgenden Generationen zu erhalten. Lies will seinerseits das Gespräch mit dem Landwirtschaftsministerium suchen, um die Hilfe für die Ahlhorner Fischteiche voranzutreiben. So müsse auch über das Wassermanagement in Landkreisen Oldenburg und Cloppenburg nachgedacht werden.

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
Rufen Sie mich an:
04431 9988 2705
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.