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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Kreislandwirt spricht Klartext

01.10.2019

Ahlhorn „Erntedank, eine gebundene Krone, Umzüge wie in Dötlingen und anderen Orten sowie Feierlaune zum Erntefest, ist das noch zeitgemäß?“, fragte Kreislandwirt Jürgen Seeger beim Gottesdienst zum Erntedank in der Christuskirche in Ahlhorn am Samstagnachmittag. Er blieb die Antwort nicht schuldig: „Ich meine schon.“

Zuvor hatte Pastorin Christine Vieth die Helfer des Heimatvereins Baumweg-Lethe zum Einzug mit der Erntekrone in die Kirche aufgefordert. Die Krone fand ihren Platz im Altarraum unter dem Dach und war damit als Erntesymbol für alle gut sichtbar. Von der katholischen Kirchengemeinde nahm Pastoralreferent Matthias Goldberg teil. Der Katholische Kirchenchor Herz Jesu sorgte für musikalischen Begleitung.

Der Vorsitzende des Heimatvereins, Heiner Hüwelmann, freute sich, den Kreislandwirt als Redner gefunden zu haben. Der hielt sich nicht mit kritischen Worten zurück. Obwohl sich Jürgen Seeger eindeutig für ein Erntedankfest aussprach, bedauerte er, dass der Verbraucher den Bezug dazu verloren habe. „Alles gibt es in den Supermärkten. Produkte die unter höchsten Ansprüchen, einzig auf der Welt, in die Regale kommen. Und wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum direkt am Tag abläuft, wandern sie ungeöffnet in den Müll. Auch einzigartig auf der Welt. Nachschub gibt es ja zu kleinem Geld genug.“

Seeger: „80 Millionen Menschen pro Jahr auf dem Planeten mehr. Sie alle wollen ernährt werden. Das im Smartphonealter. Fällt der Sack in China um, weiß das gleich die ganze Welt. Aber wen interessiert, dass 2017 viel zu nass und 2018 viel zu trocken war. Da kann man von 2019 schon von einem fast normalen Jahr reden.“ Beim Getreide gab es stellenweise Spitzenerträge, der Mais auf schlechtem Boden kümmerte dahin. „Damit können wir Landwirte umgehen.“ Der Raps werde jetzt eingesät. Er brauche eine Frostperiode, um 2020 geerntet werden zu können. Täglich würden 100 Hektar Land für die Bebauung und Ausgleichsmaßnahmen verschwinden. Langsam und still. „Wir Bauern sterben langsam und leise.“

Dazu gebe es immer neue und schärfere Auflagen. „Aber immer noch sind die Ausbildungszahlen mit 2000 Junglandwirten in Niedersachsen konstant. Viele haben gar keine Höfe, aber sie fühlen sich Land, Tieren, Leuten und Verantwortung verbunden. Das lässt für die Zukunft hoffen, trotz der Millionen-Agrarexperten in Deutschland, die Tiere abschaffen wollen und genau wissen, wie es der Landwirt zu machen hat“, stellte Seeger heraus.

Nach dem Gottesdienst zum Erntedank standen die Türen im Ahlhorner Gemeindezentrum offen. Hier konnte dann fast im Überfluss gespeist und getrunken und vielleicht auch ein Stück über das Gehörte nachgedacht werden.

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