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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Landesforsten: Auf dem Weg zu naturnahen Laubwäldern

03.02.2020

Ahlhorn Die ökologische Aufwertung des Ausgleichsflächenpools „Bei den Ruthenwiesen“ nordöstlich der Ahlhorner Teiche nimmt Fahrt auf. Das Areal grenzt direkt an das Naturschutzgebiet, östlich verläuft die A 29. Es ist 85 Hektar groß und wurde vor sechs Jahren konzipiert. Auch die Gemeinde Großenkneten kann hier Ausgleichsflächen für Bautätigkeiten nutzen. Neben Kommunen gilt die Möglichkeit auch für Investoren und Behörden, um naturschutzrechtlichen Ausgleich für Eingriffe in den Naturhaushalt durch ihre Vorhaben zu schaffen. Die Landesforsten werten die Gebiete nach mit der Naturschutzbehörde abgestimmten Planungen auf, führen die Arbeiten durch und „garantieren für den künftigen Bestand der ökologischen Verbesserungen“, heißt es in einer Mitteilung.

Umbau des Waldes

Schon 2015 wurde eine drei Hektar große Heidefläche um einen Hektar vergrößert. Vorhandenes Grünland wird extensiviert. Feuchtgebüsche und Sumpfbiotope werden erhalten und gepflegt.

Die mit Geldern aus Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen finanzierte Entwicklung zu einer naturnahen Landschaft aus Laubwald mit Moor, Heide und extensiv genutzten Wiesen hat jetzt mit der starken Auflichtung erster Nadelwaldbestände begonnen. „Unter anderem sind die Verträge zum Ausgleich von Natureingriffen durch den Ausbau der Bundesstraße 213/Europastraße 233 abgeschlossen. Daher werden wir in den nächsten zehn Jahren den Waldumbau in den Ruthenwiesen durchführen“, erklärt Björn Staggenborg vom Forstamt Ahlhorn. Der Förster entwickelt für die Landesforsten in verschiedenen Ausgleichsflächen in Weser-Ems vor allem naturnahe Wald- und Heidelandschaften.

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Derzeit lichtet eine Holzerntemaschine einen 50-jährigen Douglasien-Reinbestand so stark auf, dass anschließend Buchen für den künftigen Laubwald darunter gepflanzt werden können. „Ein Schirm aus einigen verbleibenden Douglasien gibt den Buchensämlingen den nötigen Schutz. Bis die Laubbäume groß sind, wird der Wald für einige Jahre dort ungewohnt offen erscheinen“, erläutert Staggenborg den starken Eingriff.

Die zwei Hektar große Douglasienfläche wird überwiegend zu sogenanntem „bodensaurem Buchenwald“ entwickelt. An den Wegerändern entsteht ein 15 Meter breiter Saum mit Weidenarten und Sträuchern. „Schmetterlingsarten wie der große Schillerfalter und der C-Falter sind auf die Weiden angewiesen, die Sträucher nützen insbesondere der Insekten- und der Vogelwelt“, erläutert Jann Mumme. Der junge Förster unterstützt Staggenborg.

Entwässerung: Rückbau

Ein Ziel im Gebiet ist der Umbau von zwei Dritteln der Fläche von Nadelholzforsten zu naturnahen Laubwäldern. „Dazu reicht es allerdings nicht aus, einfach junge Laubbäume zu pflanzen. Damit sich möglichst naturnahe, ökologisch hochwertige Laubwälder entwickeln, werden die Entwässerungsgräben und Drainagesysteme im Poolbereich zurückgebaut“, erläutert Staggenborg. Auf diese Weise werde der natürliche Wasserhaushalt wiederhergestellt, wovon viele Pflanzen- und Tierarten profitieren. Je nach Bodenstandort wird sich der Wald künftig aus Erlen-Birken-Wälder, Stieleichen- und Buchenwaldgesellschaften zusammensetzen. Einige kleinere Arbeiten und Eichenpflanzungen wurden bereits durchgeführt. Jetzt beginnen die Arbeiten an den größeren Nadelbaumkomplexen.

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