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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Statt Flugbetrieb bald ein Autostellplatz

14.08.2018

Ahlhorn Die 2650 Meter lange Start- und Landebahn auf dem ehemaligen Fliegerhorst Ahlhorn wird zum Parkplatz. Ab September steht die Piste im heutigen Metropolpark Hansalinie nicht mehr für den militärischen und zivilen Flugbetrieb zur Verfügung. Den bisherigen Nutzern, darunter der Luftfahrtverein Wildeshausen-Ahlhorn (Segelfliegerei), die Verkehrswachten in den Kreisen Oldenburg und Vechta (Sicherheitstraining) und weitere Anbieter von Sicherheitstrainings (ADAC und Straßenverkehrsgenossenschaft, kurz SVG), ist fristgerecht zum 31. August gekündigt worden – mit Verweis auf eine geplante anderweitige Nutzung der Start- und Landebahn. Dabei handelt es sich um das Abstellen von tausenden Automobilen.

Der Metropolpark hielt sich am Montag auf NWZ-Anfrage bedeckt. „Es werden zur Zeit Anfragen mehrerer Hersteller geprüft“, heißt es in einer E-Mail von Thomas Meiswinkel, Leiter Geschäftsbereich Projektentwicklung, und weiter: „Die Metropolpark Hansalinie erteilt zu diesbezüglich laufenden Gesprächen derzeit keine Auskünfte.“

Gefragte Flächen

Deutlicher fiel die Aussage aus Stuttgart aus. Von der Daimler AG, Bereich Merce-des-Benz Autos, erhielt die NWZ folgende Bestätigung: „In Ahlhorn werden im Rahmen unserer Logistikprozesse und des dort bereits seit Jahren bestehenden Logistik-Zentrums eines Dienstleisters auch Mercedes-Benz-Fahrzeuge vor­übergehend zwischengeparkt.“ Nähere Angaben zum Zeitraum machte der Konzern nicht, auch nicht zur Zahl der Fahrzeuge. Es dreht sich offenkundig um Neuwagen, bei denen wegen eines neuen Abgastestverfahrens derzeit die Zulassung fehlt. Die Autohersteller suchen händeringend nach Flächen. So hat VW dieser Tage hunderte Fahrzeuge beim BER-Flughafen in Berlin abgestellt. Für Ahlhorn ist die Rede von bis zu 15 000 Fahrzeugen – eine Zahl, die unbestätigt ist.

Großenknetens Bürgermeister Thorsten Schmidtke war im Juli vom Metropolpark über die neuen Pläne für die Start- und Landebahn informiert worden. Auf der Piste sollen temporär Fahrzeuge abgestellt werden, erfuhr die Gemeinde seinerzeit. In einem großen Gewerbepark wie Ahlhorn spräche nichts dagegen, so Schmidtke. Er hoffe auf eine andere Lösung für die Segelflieger, die besonders von der Kündigung betroffen seien. Über die Autobahn 1 und die Bahn sei der Metropolpark gut zu erreichen, betonte er.

Verkehrswacht betroffen

Am 24. Juli war bei der Landesverkehrswacht in Hannover das Kündigungsschreiben eingegangen. Der Metropolpark bedauerte die kurzfristige Entscheidung und begründete es mit einem „speziellen Ansiedlungsansinnen“. Von der Nachricht sei man schon überrascht gewesen, so Verkehrswacht-Geschäftsführer Peter Wildbredt, „doch uns war bewusst, dass das geschehen kann“. In Gesprächen habe sich der Metropolpark entgegenkommend gezeigt, so dass trotz Kündigung zum 31. August zumindest alle Termine 2018 bis Mitte Oktober noch in Ahlhorn abgewickelt werden können. Die Suche nach einem neuen Gelände werde schwierig, trauerte Wildbredt den guten Bedingungen für die Trainingsseminare in Ahlhorn etwas nach.

„Der Metropolpark hat uns viel ermöglicht. Es wurde sich gekümmert“, unterstrich auch Thomas Stransky, Vorsitzender der Verkehrswacht des Kreises Vechta, das gute Zusammenspiel der vergangenen Jahre. Auch dieser Verkehrswacht wird es ermöglicht, das geplante Programm 2018 noch in Ahlhorn abzuwickeln – trotz der Kündigung. Stransky zeigte Verständnis für die Entscheidung des Metropolparks, sich aus wirtschaftlichen Gründen für die Offerte aus der Autoindustrie zu entscheiden. „Das muss man akzeptieren“, sagte er. Einen Teil der Angebote werde man nach Lohne verlagern können, aber nicht alle.

Ende für Bundeswehr

Die Bundeswehr hebt in dieser Woche letztmals vom Ex-Fliegerhorst Ahlhorn im militärischen Auftrag ab. Wie die Polizei hatte sie Rahmenverträge für die Nutzung des Areals für Übungen nach Bedarf. Eine Transall wird im Rahmen der Übung „Notverfahren Wasserlandung“ Fallschirmspringer nach Bad Zwischenahn bringen und sie dort über dem Meer absetzen.

„Wir haben uns in Ahlhorn sehr wohl gefühlt und hoffen, dass wir an diese Zeit vielleicht doch noch mal anknüpfen können“, formulierte es ein hochrangiger Offizier. Das Areal in Ahlhorn sei zum Üben sehr gut gewesen, die Bahn „traumhaft“, die Zusammenarbeit mit dem Metropolpark gut.

Wie lange die Ahlhorner Start- und Landebahn sowie Teile des Vorfeldes zum Parkplatz werden, gilt als offen. Das hängt nicht zuletzt vom Bedarf an Stellflächen für das Zwischenparken von Autos ab. Zumindest zwei Jahre sind dem Vernehmen nach derzeit im Gespräch für diese Nutzung.

Ulrich Suttka Stv. Redaktionsleitung, Großenkneten/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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