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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Wenn die Kita zum Tonnenschieber wird

23.09.2019

Ahlhorn Wenn Arne Koopmann auf das Schreiben aus dem Wildeshauser Kreishaus zu sprechen kommt, dann beginnt bei ihm das Kopfschütteln. „An die Bewohner Hans-Roth-Weg 14“ ist es adressiert. „Ich bin kein Bewohner, ich arbeite hier“, sagt Koopmann. Er ist nämlich der Leiter des evangelisch-lutherischen Hans-Roth-Kindergartens in Ahlhorn mit vielen Gruppen und entsprechend Personal. Der große Komplex liegt am Ende einer Sackgasse, und damit fängt das Problem an. Seit kurzem soll der Kindergarten seine Mülltonnen an die Schubertstraße stellen und nicht mehr wie bisher am Wendehammer direkt vor dem Kita-Eingang. Das sind rund 100 Meter Strecke. „Als Privatmann würde ich mich nicht beschweren, das ist ein kleiner Spaziergang“, so Koopmann, aber für eine Einrichtung wie die Kita findet er das falsch.

Auf Nachfrage hat die Kreisverwaltung bestätigt, dass es keine Unterscheidung gebe. Auch Institutionen werden in dieser Frage nicht anders behandelt als Privatpersonen. Es gehe grundsätzlich um das Grundstück, nicht um dessen Nutzung, heißt es.  Warum es die Neuregelung für die Müllabfuhr in kleinen Seitenstraßen gibt, wird im Brief „an die Bewohner“ erklärt. Es geht um eine Vorgabe der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Sie hat in den Branchenregeln „Abfallsammlung“ einige Unfallverhütungsvorschriften festgelegt, die der Prävention dienen und den Stand der Technik wiedergeben. Danach ist das Rückwärtsfahren von Sammelfahrzeugen nur sehr bedingt unter Beachtung strenger Rahmenbedingungen erlaubt. Damit sollen Unfälle mit Passanten verhindert werden.

Unfallverhütung

Ausdrücklich betont der Landkreis, dass es den Abfuhrunternehmen sowie den Bediensteten nicht zuzumuten sei, die Unfallverhütungsvorschriften vorsätzlich außer Acht zu lassen und dabei das Risiko von Straf- oder Zivilverfahren auf sich zu nehmen. Für Koopmann steht das Beachten dieser Vorgabe völlig außer Frage. Den Fahrern wolle er auch keinerlei Vorwurf machen, wie er betont.

Allerdings stellt sich bei der Kita die Situation etwas anders dar. Hier ist durchaus eine Wendemöglichkeit, zumindest mit etwas Rangieren, vorhanden. Das gelte außerhalb der Zeiten des Bringens und Abholens der Kinder, wie Koopmann erläutert. Daher hatte er bereits angeregt, von 9 bis 11 Uhr ein Parkverbot auszuweisen, damit die Fahrzeuge drehen könnten.

Dass die sieben grünen Tonnen („Bastelabfall“) bereits am Montag um 6.30 Uhr an der Schubertstraße bereitstehen sollen, ist ein Problem für sich. Da wären sie fast schon freitags an die Straße zu stellen. Da behindern sie allerdings die Radfahrer, die dort unterwegs sind, nicht zuletzt Kinder.

Der Kindergarten hat inzwischen zwei 1000-Liter-Papiercontainer geordert. Hinzu kommen die schwarze und braune Tonne sowie gelbe Säcke, die alle an die Schubertstraße zu bringen sind: Mehrarbeit für den Hausmeister. Wenn der Anbau fertig ist, würden dort künftig die Abfallbehälter stehen. Dann würde die Strecke auf rund 135 Meter anwachsen.

Ob das letzte Wort bei der Tonnenbereitstellung gesprochen ist, könnte sich am Dienstag 24. September, 17 Uhr, im Umwelt- und Abfallwirtschaftsausschuss des Landkreises zeigen. Arne
Koopmann will die öffentliche Sitzung besuchen und den Ahlhorner Fall ansprechen. Dass die „Leerung ab Haustür“ bei rund 1200 Haushalten entfallen ist, sorgt für reichlich Protest, nicht nur beim Ahlhorner Kindergarten.

Fachausschuss berät

Die Politik hatte sich zunächst nur für ein kleineres Sammelfahrzeug ausgesprochen, um in Stichstraßen zu fahren. Damit wird die Mehrbelastung aller Gebührenpflichtigen auf 3,50 Euro im Jahr begrenzt. Für insgesamt sieben Euro mehr wäre mit zwei Wagen der bisher gewohnte Standard zu halten, was die Verwaltung auch so 2018 vorgeschlagen hatte. Dafür hatte es keine politische Mehrheit gegeben. Nunmehr liegt ein Antrag der Gruppe FDP/Freie Wähler vor, um ein zweites Fahrzeug zu beschaffen, damit künftig auch in Straßen bis 100 Meter abgefahren werden kann.

Ulrich Suttka Stv. Redaktionsleitung, Großenkneten/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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