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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Alte Berufe und nette Gespräche

14.06.2011

WILDESHAUSEN „Müssen sie etwa den ganzen Tag da auf dem Boden sitzen?“, ruft eine Besucherin des sehr gut besuchten Handwerkermarktes, als sie am Sonntag am Stand von Hedayat Matin vorbeikommt, während der einen Teppich restauriert. Er lächelt die Besucherin an, ihm mache das nichts aus. „Für uns ist es wichtig, dass die Handwerker an ihren Ständen selbst produzieren“, erklärt Karl-Heinz Ebel, Marktmeister des Vereins „Oll’n Handwarkers“ aus Worp­hausen, der die Aussteller nach Wildeshausen gebracht hat. Ebel selbst betreibt zusammen mit Ahmed Urdi eine Fischräucherei und bindet Reisigbesen. Der Verein will Berufe, die von Aussterben bedroht sind, zeigen und so vielleicht retten. So finden sich auf der Westerstraße auch Korbflechter und Seiler.

Viele Aussteller sind in diesem Jahr das erste Mal hier, auch der Riemenschneider Ingo Barz. Während er vor den Augen des Kunden aus einer Kuhhaut einen Riemen für einen Gürtel schneidet, sagt seine Frau Katja: „Wir sind nicht nur zum Verkaufen hier, sondern wegen des Handwerks.“ Schon der Start sei vielversprechend.

Ähnlich äußern sich andere Handwerker. Schmied Harald Geiger berichtet sonntagmittags, während er auf dem Amboss einen glühenden Blumenstab in Form bringt, dass er zwar noch nicht viel verkauft habe, aber schon viele Werke zurückgelegt habe. „Das ist normal. Die Leute wollen das nicht den ganzen Tag rumschleppen.“

Neben den Ständen, an denen gewerkelt wird, gibt es auch einige Verkaufstände, an denen Kleinigkeiten verkauft werden. Es gibt Hausschuhe aus Strickfilz, Seifen mit Cappuccino-Aroma und Scherzartikel aus Holz. Auch die Kinder sind nicht ganz vergessen. Sie können sich aufwendig schminken lassen. Korbflechter Werner Günther ist nicht nur wegen der Verkäufe zufrieden: „Ich habe hier schon einige nette Gespräche mit freundlichen Leuten geführt.“ Ein Blickfang sind auch die Fantasiefiguren, die Lengert Siebelt von der Stiftung Gertrudenheim/Haus Sannum mitgebracht hat. An der Ecke zur Huntestraße hat sich die Feuerwehr aufgebaut und zeigt historische Fahrzeuge.

Während des Marktes tagt das Gildegericht mit „Staatsanwalt“ Heinrich Boning und „Richter“ Otto Böttcher. Es verurteilt vermeintliche Missetäter zu Fantasieurteilen, die immer auf eine Geldspende hinauslaufen. Oder es traut Paare, die unverheiratet „aufgegriffen“ werden. Klar: Auch hier sind „Gebühren“ fällig.

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