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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Alte Lohgerberei Benecke ein unbezahlbarer Schatz

04.01.2018
Betrifft: Diskussion um den Erhalt der alten Lohgerberei und Leserbrief „Wildeshausen verliert einen Baustein seiner Identität“, NWZ vom 29. Dezember 2017.

Vielen Dank für diesen hervorragenden Beitrag, Familie Damke! Sie sprechen mir damit aus der Seele. (...) Eine vom Stadtmarketing und der Initiative „Wildeshausen 2030“ empfohlene Quartiersplanung, bei der sich zahlreiche Bürger Gedanken über die Zukunft der historischen Stadt Wildeshausen gemacht haben, würde mit dem Abriss zu einem großen Teil zunichte gemacht. Das gesamte Areal der vollständig erhaltenen Lohgerberei Benecke gehört mit der danebenliegenden Brennerei, der ehemaligen Gastwirtschaft Kolloge, die den ehemals größten Saal der Stadt beherbergt, zur „historischen Meile“ und sollte unbedingt erhalten werden!

Die Vertreter des Rates und der Bürgermeister könnten endlich beweisen, dass sie aus den zahlreichen Fehlern der Vergangenheit gelernt haben. Beispiel: Das „Huder Zollhaus“ und mit ihm die Geschichte des ehemaligen Zisterzienser Ordens ist für immer aus dem Wildeshauser Stadtbild verschwunden. Statt dessen kann ein „zeitgenössisches Gebäude“ an der Stelle gleich gegenüber der Gerberei an der Huntestraße „bewundert“ werden – ehemals Aldi, jetzt Tedi. Auch das stadtbildprägende Hotel Stegemann an der Westerstraße musste weichen. Es sollte daran gedacht werden, dass auch bei der Gerberei die Gefahr von Klagen wegen Lärmbelästigung durch das Gildefest durchaus das Potenzial haben könnte, dieses Fest im Herzen der Stadt zu gefährden.

Die Geschichte des Schuhmacherhandwerkes und der Gerbereien in Wildeshausen ist vom Mittelalter bis in die Neuzeit, nämlich bis zur Stilllegung der Gerberei Benecke an der Huntestraße 1970, belegt. Sie war einer der wichtigsten Bausteine der städtischen Handwerkerschaft und mit ihr ging ein wichtiges Kapitel der Wildeshauser Geschichte zu Ende. Dass die komplett erhaltene Einrichtung der Gerberei mit allen Gerätschaften und Werkzeugen am originalen Standort erhalten geblieben ist, ist ein unbezahlbarer Schatz.

Wildeshausen ist die älteste Stadt im Oldenburger Land, die nur dann interessant für Gäste und liebenswert für ihre Bewohner sein und bleiben kann, wenn sie ihr historisches Gesicht nicht gänzlich verliert. Sie kann Geschichten erzählen und Menschen damit faszinieren, dazu braucht sie aber auch ihre alten Gebäude in gutem Zustand.

Marianne Steinkamp
Dötlingen

Mein Großvater war Lohgerber in Wildeshausen. Die alten Auftragsbücher befinden sich beim Heimat- und Verkehrsverein.

Sicherlich ist von den Vertretern des Stadtrates nicht die Kreativität eines gestalterischen wirkenden Architekten zu erwarten. Aber es müsste doch möglich sein, nach dem Abriss des Huder Zollhauses und anderer historischen Bauten aus der kreativlosen Vergangenheit zu lernen. Die zukünftige Gestaltung von historisch wertvollen Stadtstrukturen sollte doch Fachleuten wie Herrn Damke überlassen werden. Ich finde seinen Vorschlag toll und kann dem zu 100 Prozent beipflichten. Wir brauchen mehr davon. Und vielleicht befinden sich schon in den Köpfen einiger Ratsvertreter eine Lösung für die Nachnutzung des Gebäudes in der „Herrlichkeit“. Abriss, verbunden mit dem Neubau von (...) Mehrfamilienhäusern ist ja aufgrund des Denkmalschutzes nicht möglich!

Christina Poppe
Wildeshausen

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