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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

„Arbeiten an einem gewaltigen Problem“

21.11.2014

Wildeshausen Immer mehr Menschen im Landkreis Oldenburg stecken sich mit multiresistenten Erregern an, bei denen kein Antibiotikum mehr anschlägt. „Das Problem Antibiotikaresistenz ist ein gewaltiges Problem, an dem man arbeiten muss“, sagt Dr. Leonhard Hamschmidt vom Gesundheitsamt des Landkreises. Anders als andere Experten sieht er aber nicht die Massentierhaltung als Hauptverantwortlichen.

„In den ländlichen Bezirken mit einer erhöhten Dichte an Tierzuchtbetrieben ist keine erhöhte Besiedlung oder Erkrankung der Bevölkerung auch in der unmittelbaren Nähe von Tierzuchtbetrieben festgestellt worden“, betont er. Sehr wohl bestehe ein erhöhtes Risiko für eine Besiedlung mit MRE bei Menschen, die direkt Kontakt mit Tieren bei der Massentierzucht haben. Dieses Risiko liege jedoch bereits bei deren Familienangehörigen kaum noch über dem Durchschnitt und wirke sich nicht als Risiko auf die lokale Bevölkerung aus.

Als wesentliche Ursache für den Anstieg von MRE-Diagnosen sieht Hamschmidt den Antibiotikaeinsatz in der Humanmedizin. Hier gelte es, sowohl Patienten als auch Ärzte zu maßvollerem Einsatz zu motivieren. Wenn dann doch ein Antibiotikum unumgänglich sei, sei die Hygiene gerade beim Pflegepersonal entscheidend. „MRE–Keime werden zu über 90 Prozent über die Hände verbreitet“, so der Amtsarzt.

Generell seien in den vergangenen Jahren auf vielen Ebenen Maßnahmen im Kampf gegen multiresistente Keime angelaufen, sagt Hamschmidt und verweist auf das grenzüberschreitende Netzwerk „EurSafety-Health-Net“. Hier haben im Sommer das Krankenhaus Johanneum und 14 von 26 Pflegeheimen im Landkreis das Qualitätssiegel zur Hygiene erhalten und streben auch den Erwerb der zweiten Stufe des Siegels an.

Hamschmidt weiß, dass mit multiresistenten Keimen viele Ängste verbunden sind. Genau hier setzt die Info-Veranstaltung an, die das Gesundheitsamt zusammen mit dem Krankenhaus und dem Niedersächsischen Landesgesundheitsamt am Montag, 1. Dezember, ab 17 Uhr im Kreishaus anbietet. Ziel ist es, interessierten Bürgern, aber auch Fachpersonal einen leicht verständlichen Überblick über die komplexe Problematik zu vermitteln.

Uta-Maria Kramer
Wildeshausen
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2703

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