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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Tagesmütter: Arbeiten in der Räu(bär)höhle

17.03.2016

Wardenburg Familie und Beruf unter dem eigenen Dach vereinen – nicht vielen Frauen bietet sich diese Möglichkeit. Als die Wardenburgerin Irene Riemer ihre erste von drei Töchtern bekam, da wusste sie genau, was sie wollte: einerseits immer für ihre Kinder da sein, andererseits etwas zur Haushaltskasse beisteuern. Die ideale Kombination fand die gelernte Gärtnerin in ihrer Aufgabe als Tagesmutter, bei der sie daheim die Betreuung der eigenen und fremder Kinder übernahm.

Kreis-Jugendamt berät

Während Irene Riemer diesen Job zunächst in Eigenregie bewältigte, entschloss sie sich vor sechs Jahren, die Sache professioneller anzugehen und nahm an einer Qualifizierungsmaßnahme zur zertifizierten Tagespflegeperson teil. „Das Kreisjugendamt gibt mir in vielen Dingen Rückenstärkung“, sagt Irene Riemer, die als registrierte Tagespflegeperson vom Familien- und Kinderservicebüro im Kreishaus nicht nur Beratungen in vielen Fragen bekommt, sondern auch Fortbildungen. Die Vermittlung zu betreuender Kinder übernimmt das Servicebüro ebenso wie die Abwicklung der Vergütung.

Mit 18, 17 und 15 Jahren sind Irene Riemers Töchter mittlerweile aus dem Gröbsten heraus, aber ihre Arbeit als Tagesmutter füllt sie immer noch mit viel Energie und Herzenswärme aus. „Man gibt viel, aber man bekommt auch viel zurück – es wird nie langweilig“, sagt die 44-Jährige und blickt freudestrahlend auf ihre aktuellen Schützlinge Charlotte, Johanna, Jonas (alle 2) und Ida (1), die einmütig eine Spielstation mit vielen Knöpfen und Geräuschen erkunden. Die einjährige Thea fehlt an diesem Vormittag.

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Neuer Qualifizierungs-Lehrgang

Nach den Osterferien bietet die Ländliche Erwachsenenbildung (LEB) wieder eine Qualifizierung zur Kindertagespflegeperson an – diesmal in Wardenburg. Tagesmütter/-väter mit abgeschlossener Qualifizierung von 160 Stunden erhalten einen Förderbetrag von 4,30 Euro pro Kind und Stunde sowie Anteile zur Krankenversicherung und Altersvorsorge. Erstattet wird der Beitrag zur Unfallversicherung.

Interessierte wenden sich an Karin Pieper (LEB), Tel. 04487/7507990, oder an Hildegard Schmitz-Neumann (Familien- und Kinderservicebüro), Tel. 04431/85-263.

Mehr Infos unter lkol.betreuungsboerse.net

„Maximal fünf Kinder können gleichzeitig betreut werden, bei einem Platzsharing kann sich die Tagesmutter um bis zu acht Kinder insgesamt kümmern“, so Hildegard Schmitz-Neumann vom Familien- und Kinderservicebüro des Landkreises.

Gesundes Mittagessen

„Bei Frau Riemer sind die Bedingungen ideal“, schwärmt Schmitz-Neumann. Als die Tagesmutter mit ihrer Familie von Westerholt an den Grünen Weg in Wardenburg umzog, bot sich ihr eine Art Einliegerwohnung mit einem 40 m² großen Raum, eigener Toilette, Küchenzeile und abgetrenntem Gartenbereich. „Räu(bär)höhle“ taufte Irene Riemer ihre Kleinkrippe. Auch ein Frühstück und ein Mittagessen serviert sie: „Bei mir gibt es viel Gemüse, weil die Eltern abends oft zu kaputt sind, um lange zu kochen.“

Die Eltern der Tageskinder haben sich zum einen aus der Not heraus für Irene Riemer entschieden, weil sie in einer regulären Krippe keinen Platz bekommen haben, zum anderen trafen sie ihre Wahl bewusst, da Tagesmütter oder auch -väter flexibler in ihren Betreuungszeiten sind. „Das ist ein großer Vorteil“, betont Schmitz-Neumann. Irene Riemer hat für sich beschlossen, nur Kinder bis drei Jahre zu betreuen. Möglich wäre auch die Betreuung bis Ende des 13. Lebensjahres.

119 qualifizierte Tagespflegepersonen sind zurzeit beim Kreis-Jugendamt geführt. „Das ist für den ganzen Kreis viel zu wenig“, bedauert Schmitz-Neumann. Mehr Bedarf bestehe vor allem in Wardenburg, Ganderkesee, Wüsting, Wildeshausen, Ahlhorn und in der Gemeinde Hatten. In jedem Fall sollten Tagesmütter und -väter eines mitbringen: „Nerven muss man haben“, meint Irene Riemer. Aber auch ihre Geduld wird manchmal auf die Probe gestellt. Allerdings weniger von den Kindern als von den Müttern und Vätern: „Wenn Eltern sich nicht an die abgemachten Abholzeiten halten und auch nicht erreichbar sind, dann ärgert mich das um die Stunden, die dann für meine eigene Familie fehlen.“

Doch das Lachen der Kleinen und die Freude über alles neu Erlernte wiege alles auf. „Am schönsten für mich ist, wenn ich Kinder nach Jahren wiedertreffe und sie sich immer noch riesig freuen, mich zu sehen.“

Marén Bettmann Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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