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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

HANDEL: Auch Flöte für den Nachtwächter

02.09.2009

WILDESHAUSEN Per Zeitungsanzeige kündigte Bernhard Schnittker am 1. November 1884 „den geehrten Bewohnern von Wildeshausen und Umgegend“ die Eröffnung seines „Colonial- und Kurzwarengeschäfts“ an. „Gute Waare“ und „reelle Bedienung“ versprach der Kaufmann. Daran habe sich bis heute nichts gändert, sagt Johannes Lenzschau jun., der inzwischen das Kaufhaus „Schnittker am Markt“ gemeinsam mit seiner Frau Wiebke in vierter Generation führt. Das traditionsreiche Wildeshauser Unternehmen besteht seit nunmehr 125 Jahren.

Anna und Bernhard Schnittker eröffneten 1884 ihr Geschäft in zwei angemieteten Räumen des Hauses Helms am Markt – dort, wo heute „Farben Brünger“ ansässig ist. Es gab Lebensmittel und Spielwaren zu kaufen, aber auch Sämereien oder Petroleum aus dem Fass. Die Geschäftsidee kam an: Sechs Jahre später verlegte Schnittker das Kaufhaus in die Westerstraße 5. Dort ist das Unternehmen noch heute beheimatet. Seine drei Töchter Elisabeth, Anni und Agnes führten das florierende Geschäft weiter. Sie erwarben 1930 auch das Nachbarhaus in der Westerstraße 7. Lebensmittel gehörten damals fest zum Sortiment. „Die Schwester haben viele schlechte Zeiten erlebt. Durch die Lebensmittel kam nach dem Krieg wieder Schwung in den Laden“, sagt Lenzschau.

Im Jahr 1962 setzten sich die bis zuletzt unverheirateten Schwestern zur Ruhe und übergaben das Geschäft im Rahmen einer Erbpachtregelung an ihren langjährigen Mitarbeiter Johannes Lenzschau und seine Frau Marianne. Der gelernte Kaufmann war seit 1949 bei Schnittker angestellt. „Die Lebensmittellieferung erfolgte frei Haus“, erinnert sich der heute 78-Jährige. „Kokusläufer und Ballatum habe ich auf dem Buckel mit dem Fahrrad zu den Kunden gebracht. Das konnte auch schon einmal in Dötlingen sein.“ Und den Senf gab es bei Schnittker aus dem Fass: „Da kam es vor, dass die Kunden mittags ihre Kinder schickten, um für zehn Pfennig Senf zu holen.“ Bezahlt wurde damals in der Regel erst am Monatsende.

Johannes und Marianne Lenzschau gestalteten die Firma vom Kolonialwaren- zum Mehrbranchenfachgeschäft um. Als die ersten Supermärkte entstanden, gab Schnittker den Lebensmittelverkauf auf. 1978 wurde ein Hintergrundstück an der Kleinen Straße erworben, auf dem vorher ein Schweinestall stand. Dieser wurde abgerissen; durch den Neubau verdoppelte Schnittker seine Verkaufsfläche auf rund 650 Quadratmeter. In den fünf Fachabteilungen werden unter anderem Glas und Porzellan, Hausrat, Geschenke, Lederwaren und Spielwaren verkauft.

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Betriebswirt Johannes Lenzschau jun. übernahm 1995 gemeinsam mit Ehefrau Wiebke das Unternehmen. Auch er erinnert sich an so manche Kuriosität aus der Firmenchronik: „Als wir zum 120-jährigen Bestehen eine Tombola durchführten, kam ein Kunde, Wolfgang Brandt, mit einer Quittung von 1890. Da hatte der Wildeshauser Nachtwächter bei Schnittker eine Zinnflöte im Wert von 50 Pfennig gekauft.“

Im Zeitalter des Internet-Einkaufs setzen Lenzschau und sein Team mit 25 Angestellten, darunter drei Auszubildende, weiterhin auf fachliche Beratung und Qualität. „Wir versuchen noch individueller für den Kunden da zu sein“, zeigt sich Lenzschau überzeugt, im Wettbewerb bestehen zu können. Der Standort Wildeshausen habe Zukunft. Passend zum Jubiläum können sich die Kunden auf einen Sonderverkauf freuen.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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