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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Serie: Ausgezeichneter Pilot bleibt am Boden

18.07.2013

Grummersort „Wrrrrrit“ – es schnarrt und knattert. „Das wird nix. Der hebt nicht ab“, murmelt Michael Schläger und lässt seinen Blick kopfschüttelnd über den Horizont schweifen. Im wolkenlosen Azurblau knattern die Motoren: Segelflieger, Jets – ganz klein vom Boden aus betrachtet. Aber auch nach der Landung werden sie nicht größer als ein Kleinwagen. Maximal.

„Modellflugzeuge“, sagt Michael Schläger, „waren früher aus Holz und Leim. Angetrieben wurden die vom Wind. Ohne Motor.“ Das ist lange her. Aber der Huder erinnert sich gerne an seine Anfänge im Luftsportverein Hude – damals in den frühen 70er Jahren. „Vielleicht wär’ Modellflug was für den kleinen Michael“, hat ein Freund der Mutter gesagt und den Zwölfjährigen mit zur Anlage am Gerd-Achgelis-Weg genommen.

Dem kleinen Michael gefiel es. Dem großen auch. Inzwischen ist der heute 55-Jährige über vier Jahrzehnte Vereinsmitglied. 1998 hat er das Amt des Kassenwartes übernommen. In diesem Jahr wurde er dafür zum „Tag des Ehrenamtes“ von der Gemeinde ausgezeichnet. „Klar hab’ ich mich gefreut“, gibt er zu und erzählt, wie seine Frau im „Hobbyraum“ unter dem Dach des Einfamilienhauses zwischen seinen Miniaturfliegern nach Dokumenten gesucht hat. „Keiner wusste mehr, wie lange ich schon dabei bin“, lacht er. Selbst die Gattin hat damals das leidenschaftliche Hobby ihres Mannes mitgeheiratet. Sie kennt ihn nicht anders. Also ist klar, das die Garage den Sommer über „Flugplatz“ spielen muss.

Zwischen sieben Modellen kann der 55-Jährige wählen, wenn das Wetter gut und das Wochenende da ist. Denn sobald der gelernte Maschinenbauer frei hat, düst er – erst mal per Auto – zum Vereinsplatz und erkundet dann mit seinen Elektro- oder Benzingesteuerten Lieblingen die Huder Lüfte. Aber nicht nur die. „Früher bin ich auch zu den großen Treffen gefahren“, erinnert er sich. Damals hat er die Maschinen aber nicht nur vom Boden aus gesteuert, sondern saß selbst im Cockpit eines Segelfliegers. Mittlerweile übernimmt er – quasi als Co-Pilot – aber nur noch das finanziell-organisatorische Steuer der fliegenden Zunft: Als Kassenwart ist Michael Schläger auch für die Segelflugabteilung des Vereines verantwortlich.

Eine Menge Arbeit: „Acht Stunden investiere ich bestimmt pro Woche“, schätzt er sein ehrenamtliches Engagement ein. Er macht das gerne. Noch lieber aber hat der Huder an seinen „kleinen Schätzen“ herumgebastelt. „Das eigentlich tolle bei Modellflugzeugen war immer dieser Moment, indem man das selbst Gebaute nach wochenlanger Arbeit im Keller zum ersten Mal ausprobiert hat – fliegt die Maschine oder nicht“, erinnert er sich. Inzwischen sei das anders: „Heute geht man ins Internet und bestellt ein fertiges Flugzeug.“ Eigenkreationen hat Michael Schläger keine mehr. Sein Traum: ein nachgebauter Airbus. „Aber der kostet dann auch ’ne Stange Geld“, besinnt er sich. Außerdem seien es ein „sperriger Luxus“, der nicht mal eben im Kofferraum zu verstauen ist.

Einen viel älteren Herzenswunsch – nämlich Pilot zu werden – hat der Maschinenbauer schon vor etlichen Jahren an den Nagel gehängt. Er ist älter geworden, reifer – und am Boden geblieben. Den Blick in den Himmel gerichtet ruft er plötzlich begeistert: „Der fliegt ja doch“ und deutet auf die kleine Maschine, die nun doch surrend ins wolkenlose Blau abhebt.

Lea Bernsmann Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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