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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

So funktioniert fairer Konsum

27.04.2019
Frage: Unter welchen Bedingungen müssen Kinder, für die Sie sich einsetzen, in der Mode- und Textilbranche arbeiten?
Barbara Wessels: In den meisten Ländern arbeiten Kinder überwiegend dort, wo die Kontrollen schwierig sind: in Subunternehmen von Betrieben, die große Modehäuser beliefern, oder in Heimarbeit. Die Arbeitsbedingungen, unter denen viele Kinder in der Textilbranche arbeiten, verletzen grundlegende Kinderrechte, das heißt, sie sind ausbeuterisch. In Hitze, Lärm, oft in einsturzgefährdeten Gebäuden müssen die Kinder den ganzen Tag schuften und bekommen dafür nur einen Hungerlohn. Die Arbeit rund um die Uhr schadet nicht nur ihrer Gesundheit, sondern verhindert auch, dass sie eine Schule besuchen können. Ohne Bildung und Ausbildung ist ihr Lebensweg aber vorprogrammiert: ein Leben lang Tagelöhnerarbeit oder Arbeitslosigkeit.
Frage: Worauf sollten Konsumentinnen und Konsumenten beim Einkauf von Kleidung achten?

Über die Ausstellung

Noch bis zum 10 Mai. können sich Gäste die Ausstellung des Kinderhilfswerk terre des hommes zum Thema „Konsum ohne Kinderarbeit“ mit Beispielen aus der Natursteinproduktion und dem Mode- und Textilbereich im Vorraum der Großraumhalle des TSG Hatten-Sandkrug anschauen.

Die Gemeinde Hatten wurde vor kurzem offiziell zur Fairtrade-Gemeinde ernannt. Mit der Ausstellung möchte die mit dem Prozess befasste Hatter Steuerungsgruppe auf die Problematik der Kinderarbeit hinweisen und Ansätze vorstellen, wie den Kindern geholfen werden kann.

Die Gruppe Delmenhorst-Ganderkesee von terre des hommes bilden neben Barbara Wessels vier weitere Mitglieder, die sich für Kindeswohl einsetzen.

Auf Anfrage bietet die Gruppe Führungen für Erwachsene, Jugendliche und Schulklassen durch die Ausstellung an. Interessenten können sich bei Barbara Wessels unter Telefon  04222/2873 oder per E-Mail unter wessels.barbara@gmx.de melden.

Wessels: Nicht nur bei billigen Kleidungsstücken besteht die Gefahr, dass sie mithilfe von Kinderarbeit hergestellt worden sind, sondern auch bei Kleidung teurer Marken-Label. Die Transparenz der (fairen) Lieferkette von Modefirmen ist deshalb ein wichtiges Kriterium, das beim Kauf von Kleidung eine Rolle spielen sollte. Im Internet findet man dazu Informationen.
Frage: Woran erkennt man fair gehandelte Kleidung?
Wessels: Im Fairen Handel ist die Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten vorgeschrieben: etwa angemessene Arbeitsbedingungen, gerechte Bezahlung und keine Kinderarbeit. Wenn Kleidung unter fairen Bedingungen hergestellt ist, wird das häufig durch ein entsprechendes Siegel deutlich gemacht, das man in der Kleidung findet. Eins davon ist das Siegel der Fair Wear Foundation, einer unabhängigen Non-Profit-Organisation, die besonders strenge Maßstäbe an die Einhaltung von Arbeitsrechten legt. Auch Fairtrade International hat Textilsiegel entwickelt. Weitere Siegel stellen wir in der Ausstellung vor.
Frage: Kann denn der Einzelne mit dem Kauf von fair gehandelter Kleidung etwas bewegen?
Wessels: Das denke ich auf jeden Fall. Es kommt auf jeden Einzelnen an. Denn mit dem Kauf eines fair gehandelten Kleidungsstücks, das vielleicht etwas teurer als andere Kleidung ist, trage ich direkt dazu bei, dass Textilarbeiter und -arbeiterinnen in den Ländern des Südens angemessen bezahlt werden, so dass ihre Lebensbedingungen sich verbessern und ihre Kinder zur Schule gehen können statt zur Arbeit in Textilbetrieben. Wenn ich mich für faire Kleidung entscheide, kann ich außerdem ein Vorbild für Menschen in meinem Bekanntenkreis sein. Jede einzelne Kaufentscheidung zugunsten eines T-Shirts mit fairem Siegel ist ein Mosaikstein im wachsenden Fair Trade-Mosaik.
Frage: Welche Ziele will terre des hommes im Bereich der Kinderarbeit in der Modeindustrie erreichen?
Wessels: Terre des hommes will erreichen, dass ausbeuterische Kinderarbeit in allen Bereichen weltweit abgeschafft wird, und verfolgt dieses Ziel sowohl auf der politischen Ebene als auch auf der Projektebene. In Indien werden beispielsweise junge Mädchen von terre des hommes-Projektpartnern aus Spinnereien befreit, wo sie wie Sklavinnen arbeiten mussten. Nach der Befreiung fördert terre des hommes ihre Berufsausbildung, damit sie später einen qualifizierten Beschäftigung ausüben können.
Frage: Inwiefern soll diese Ausstellung in Sandkrug dazu beitragen?
Wessels: Sie zeigt Wege auf im Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit: zum einen den fairen Konsum, zum anderen die Unterstützung von Organisationen, die sich gegen Kinderarbeit einsetzen.
Anna-Lena Sachs Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Rufen Sie mich an:
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