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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

„Bauern unter Jägern die Minderheit“

28.10.2005

Frage: Herbstzeit ist Jagdzeit. Kribbelt’s schon bei Ihnen, steigt das Jagdfieber?

meyerholz: Jagdzeit ist das ganze Jahr über, aber die Gesellschaftsjagden beginnen tatsächlich im Oktober. Bei solch einem Wetter kribbelt es schon ein wenig. Als Landwirte freuen wir uns, dass wir jetzt – nach der Ernte – wieder durch die Natur laufen können. Von Jagdfieber aber würde ich nicht sprechen

Frage: Wie ist denn der Stand beim jagdbaren Wild? Rehe gibt es zuhauf . . .

meyerholz: . . . wir dürfen jetzt – nach dem Ende der Bockjagd – noch bis Ende Januar das weibliche Rehwild schießen. Gegen den Abschuss von Rehwild ist auch gar nichts einzuwenden, weil wir ohne den regulierenden Eingriff des Jägers zu viel Rehwild hätten. Rehwild hat keine natürlichen Feinde – außer dem Auto und vielleicht einmal einem wildernden Hund.

Frage: . . . Hasen dagegen gibt‘s kaum noch . . .

meyerholz: . . . weshalb wir den Hasen auch schonend bejagen, anders als in der Marsch.

Frage: Und Fasane gibt es auch nur wenige . . .

meyerholz: . . . was wohl stimmt, uns aber nicht erklärlich ist, weil wir ein ganz ordentliches Frühjahr hatten und der Regen im Sommer den Fasanen nicht geschadet haben kann. Auch an den Biotopen kann es nicht liegen; die Jäger selbst sind bemüht, immer neue Hegebüsche anzulegen, und der Zwang zur Kompensation von Bauflächen mit naturnahen Flächen führt auch dazu, dass es an Hegebüschen nicht mangelt.

Frage: Was ist mit dem Schwarzwild?

meyerholz: Wir hatten bis 2004 eine steigende – und zuletzt besorgniserregend hohe – Schwarzwild-Population im Landkreis. Die aber ist 2005 aus nicht erklärlichen Gründen deutlich zurückgegangen. In Ganderkesee hat Schwarzwild aber nie eine Rolle gespielt.

Frage: Ihr Hegering hat rund 170 Mitglieder – und ist vermutlich fest in der Hand der Landwirte ...

Meyerholz: Oh, nein. Bei uns ist es ähnlich wie bei den Reitern. Es sind immer mehr andere Berufe hinzugekommen, und es ist heute so, dass Landwirte in der Minderheit sind. Junge Landwirte bürden sich so viel Arbeit auf, dass sie gar keine Zeit mehr haben, zur Jagd zu gehen.

Frage: Nicht alle Jäger haben ein Revier. Wer keines hat, wird eingeladen?

meyerholz: Mit dieser Einladung klappt das nicht immer so richtig. Deshalb ermuntere ich alle Revierinhaber, auch Nicht-Revierinhaber einzuladen, sie dann aber auch an der Arbeit zu beteiligen. Wobei ich meine, dass die Größe der Jagdgesellschaft etwa der zu erwartenden Strecke entsprechen sollte und Jagdgesellschaften manchmal etwas zu umfangreich geraten.

Frage: Den mancherorts starken Widerstand gegen Jagd und Jäger gibt es in Ganderkesee nicht. Was würden Sie sagen, wenn Ihnen jemand „Tiermord“ vorwerfen würde?

Meyerholz: Dass gewisse Tierarten wie das Rehwild einfach der Regulierung bedürfen und dass Jäger sich zurückhalten, wenn eine Tierart zurückgeht – wie beim Rebhuhn, das nach wie vor jagdbares Wild ist, aber wegen der abnehmenden Bestände nicht mehr bejagt wird.

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