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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Sport: Beim Kegeln bleiben die Herren unter sich

16.11.2013

Hude Man schreibt das Jahr 1948. Die Währungsreform war gerade gewesen. Ein Ruck ging durch ein Volk, das bis dahin um das nackte Überleben gekämpft hatte. Man konnte endlich wieder etwas kaufen. Aber manch einer wollte nicht nur leben, sondern auch etwas erleben. Nur was konnte man schon in einer Welt erleben, in der das meiste noch zerstört war? In dieser Zeit trafen sich neun junge Männer, alle um die 20 Jahre alt, in der Gaststätte „Alter Hermann“, heute Diskothek „Fassboden“, in Hude. Zufällig entdeckten sie die alte, verstaubte Kegelbahn des Hauses. Die Anzeigentafel wurde nur noch von einer letzten Schraube an der Wand gehalten und eine Kugel lag abseits zwischen altem Papier und Brennholz. Doch der marode Zustand hielt die jungen Männer nicht von ein paar Würfen ab: Die Geburtsstunde des Kegelclubs „Fall um“.

Am Donnerstagabend feierte der Club 65-jähriges Bestehen. Irmela Ahlers, Frau des Vorsitzenden Oltmann Ahlers, der aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Feierstunde teilnehmen konnte, erinnerte in einer Ansprache an die Geschichte des Clubs. Eine absolute Ausnahme: Normalerweise kommt hier keine Frau zu Wort. Die Herren bleiben unter sich. Am Donnerstag durften im Gasthof Burgdorf aber ausnahmsweise auch die Ehefrauen dabei sein.

Acht Kegler treffen sich jeden Donnerstag auf der Bahn in der Gaststätte Burgdorf. Mittendrin das einzige Gründungsmitglied: Heinrich – genannt „Heini“– Schote. Die anderen Mitbegründer Fritz, Heinz und Rolf Bultmeyer, Heinrich und Gerd Wübbenhorst, Gerd Anders, Paul Havekost und Fritz Rodieck sind mittlerweile verstorben. Im Laufe der 65 Jahre haben noch 22 weitere Mitglieder dem Club angehört.

Schote freut sich über die moderne Bahn in Burgdorfs Gasthof. Denn so brauchen sie keine kleinen Kegeljungs, die damals immer die umgefallenen Kegel aufrichten mussten. Bei seinen Würfen spielt die neue Technik aber keine Rolle: „Kegeln ging früher genauso gut.“

Und nicht nur Kegeln stand damals auf der Tagesordnung, man machte auch „altersbedingten Unsinn“. Was darunter zu verstehen ist, bleibt Schotes Geheimnis. Nur so viel will er verraten: „Wir konnten bis morgens feiern, wenn andere Leute schon zum Melken gingen.“

Einmal im Monat wird der beste Kegler zum König gekrönt. Und noch eine Tradition gibt es: Seit 1980 zahlt jedes Mitglied wöchentlich einen festgelegten Betrag in die gemeinsame Kasse. Einmal im Jahr unternimmt die Gruppe dann mit diesem Geld eine Reise – und zwar mit ihren Ehefrauen. „,Schön dumm’, sagen viele Außenstehende, aber uns gefällt’s“, zitierte Irmela Ahlers ihren Mann. Die gemeinsamen Ausflüge führten die Gruppe unter anderem nach München, Polen, Frankreich, Belgien, Ungarn und Freiburg.

Außerdem finden regelmäßig Halbtagsfahrten statt. Eine ist dabei besonders in Erinnerung geblieben: Vor etlichen Jahren besuchte die Gruppe das Teufelsmoor, nördlich von Bremen. Als der Whiskey zur Neige ging und Nachschub geholt werden musste, stellten die Kegelbrüder fest, dass der Bus im Moor zu versinken drohte. Den Rest des Ausflugs musste der Bus alle 30 Minuten umgestellt werden. Heute seien aber alle vernünftig, berichtet Enno Thümler augenzwinkernd.

Sonja Klanke Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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