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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Herbstarbeit: Beim Laub ist keineswegs alles erlaubt

02.11.2016

Ganderkesee Der Friedhof ist ein Ort der Stille; ein beständiges Kratzen stört da nicht weiter – ein monotones Dröhnen schon mehr. Also greift Gerald Helmbold meistens zur großen Harke statt zum motorgetriebenen Laubsauger. „Sonst gibt es wieder Klagen von Besuchern“, weiß der Ganderkeseer Friedhofswärter, der eine Menge Laub zu harken hat in diesen herbstlichen Tagen: „Nachdem es den ersten leichten Frost gegeben hat, fallen die Blätter, als ob da ein Magnet drunter steht“, schmunzelt Helmbold.

Wenn sie auf den Friedhof fallen, ist die Lage wenigstens noch einigermaßen übersichtlich: Die Wege und Flächen werden von den Friedhofsgärtnern gefegt, für die Gräber sind die sogenannten „Nutzungsberechtigten“ verantwortlich, also die Angehörigen. „So genau nehmen wir das aber nicht“, winkt Gerald Helmbold ab. „Da darf auch mal was liegenbleiben.“

Satzung regelt Reinigung

Im öffentlichen Raum ist die Sache komplizierter. Denn hier gibt es eine Straßenreinigungspflicht, die ganz klar geregelt wird – durch die Straßenreinigungssatzung und zusätzlich noch die Straßenreinigungsverordnung. Danach müssen Grundstückseigentümer die Geh- und Radwege vor ihrem Haus von Schmutz und Gefahr frei halten – und eben auch von Laub. Dessen Entsorgung, immerhin, gewährleistet die Kommune. In Ganderkesee übernimmt das der Kommunalservice Nordwest, der den Bauhof betreibt.

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„Wir stellen an verschiedenen Orten in der Gemeinde Container auf“, erklärt Geschäftsführer Uwe Nordhausen. Die gibt es sogar auf Anforderung, wenn sich zum Beispiel ganze Nachbarschaften mit ihrem Laub zusammentun. Und ab einer Menge von zehn Stück holt der Kommunalservice das Laub auch in Säcken vom Haus ab.

Wenn der Wind weht

Aber eben nur das Straßenlaub! Was hingegen Grundstücksbesitzer im eigenen Garten zusammenharken, -fegen oder -pusten, müssen sie selbst wegbringen. „Nun kommt es ja vor“, meint Uwe Nordhausen am Telefon mit hörbarem Augenzwinkern, „dass ein Blatt vom Straßenbaum in den privaten Garten weht. Das geht dann sozusagen in das Eigentum des Grundstücksbesitzers über – und das ist ja nicht ganz fair.“ Was er damit sagen will, aber offiziell nicht sagen darf: Der Kommunalservice duldet in den von ihm abgeholten Containern und Säcken eigentlich kein privates Gartenlaub – aber kontrollieren lässt sich das nie hundertprozentig und zu ahnden ist diese eigentlich illegale Laubbeseitigung auch nur schwerlich.

Überhaupt nicht toleriert wird hingegen vom Kommunalservice, wenn die aufgestellten Container von Ortsfremden angesteuert werden und darin dann möglicherweise sogar noch etwas anderes landet als Laub. Alles schon vorgekommen: „Das ist irgendwann regelrecht ausgeartet“, schildert Nordhausen – seitdem gibt der Kommunalservice die Standorte der Laubcontainer nicht mehr öffentlich bekannt. Die Anlieger werden schriftlich informiert.

Der Bauhof lässt aber nicht nur die Grundstücksbesitzer kratzen und pusten – auch die eigenen Mitarbeiter sind zurzeit stark gefordert. „Wir haben in den beiden Gemeinden viele große Baumbestände in den öffentlichen Verkehrsräumen“, sagt Uwe Nordhausen. Dazu kommen die Sport- und Parkanlagen. Dort wird zurzeit der „Grashopper“ eingesetzt: ein zwei Meter breiter Anhänger, mit dem nicht nur Grasschnitt, sondern auch Laub aufgesaugt und mit Hubkraft gleich in den Container gekippt werden kann.

Kompostwerk kostet

„Am meisten beschäftigt das Thema Laub allerdings unsere Telefonzentrale“, schiebt Nordhausen noch hinterher. Die meisten Anrufer wollten wissen, wohin mit dem ganzen Laub.

Dabei ist das doch so einfach: „Öffentliches“ Laub vom Geh- und Radweg nimmt der Kommunalservice an, das private aus Hof und Garten kann zum Beispiel zum Kompostwerk nach Ganderkesee gebracht werden. Das kostet allerdings ein bisschen, nämlich 12 Euro pro Kubikmeter – ein Kubikmeter sind ungefähr zwölf Müllsäcke voller Laub, wenn ein Sack 80 Liter fasst.

Oder das Laub wird einfach unter Büsche und Sträucher geschoben. Gerald Helmbold macht das auch so – zumindest teilweise. „Das ist gut für den Boden, wenn es nicht zuviel wird“, sagt der Friedhofswärter. Und besonders gut für den Igel, der sich gern im Laub einnistet. Dem ist es auch völlig egal, ob das öffentliches oder privates Laub ist.

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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