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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Bauernmuseum: Kneipenwirte zurück am Tresen

30.06.2020

Benthullen Dieser Moment dürfte bei Wilfried und Ria Lemkau Erinnerungen wachrufen: Im Moor- und Bauernmuseum Benthullen-Harbern tritt das Ehepaar hinter ihren bekannten Tresen. Der Tresen, von dem aus sie über Jahrzehnte Besucher bewirtet haben.

Fast 45 Jahre hatten die Lemkaus ihre Kneipe in Bremen, Stadtteil Hastedt, betrieben. „Kurz bevor der Euro kam haben wir geschlossen. Das war 2001“, erinnert sich die 82-jährige Ria Lemkau. Die ehemalige Kneipe ist mittlerweile umgebaut – und das Inventar in das Museum gezogen. Die Lemkaus kommen an diesem Vormittag nun erstmals mit der Familie – insgesamt 15 Personen – zu einem Frühstück, um sich die bekannten Ausstellungstücke anzuschauen. Das Team um Vorsitzenden Jürgen Bureck packte gemeinsam an, um die Möbel unbeschadet zu platzieren.

„Wir haben die Originalteile etwas anders angeordnet, weil wir andere Räume haben“, ergänzt Heinz-Günther Hartig, Sprecher des Moor- und Bauernmuseums. Dem ehemaligen Wirt gefällt’s trotzdem. „Wunderbor mokt“, lobt der 87-Jährige auf Plattdeutsch – wunderbar gemacht. „So toll geputzt waren die Ablagen nie“, sagt er und streicht über die Theke. Eine Büchse, die unterm Tresen steht, habe er damals selbst gemacht. In dem „stabilen Ding“ sei der Geruch der Aschenbecher-Inhalte nicht nach außen gedrungen.

„Da vorn’, wo ihr steht, steht jetzt mein Bett.“ Wilfried Lemkau zeigt auf die Besuchergruppe. Manchmal habe er noch Albträume, dass kein Bier mehr da sei. Dort, wo früher in seiner Kneipe Stühle und Tische standen, befindet sich jetzt das Schlafzimmer der Lemkaus. Aus den Sanitäranlagen für Besucher wurde das Badezimmer. Früher hatte das Paar Lemkau zum Schlafen immer nach oben gehen müssen. Dort wohnt jetzt Enkel Kevin Zimmermann mit seiner Frau.

Er hat das Haus gekauft, um Kernsanierung und Umbau vorzunehmen. Auch er ist mit dem Kneipen-Umzug zufrieden. „So war sie, so sah sie aus“, sagte er nickend. Mutter Iris Zimmermann, Tochter der Lemkaus, stimmt ihm zu. „Es ist sehr schön geworden.“

Um ein Dekostück wurde die ausgestellte Wirtschaft dennoch ergänzt: Neben dem Tresen hängt ein gemaltes Bild von einem Kind. „Das ist mein Mann“, sagt Ria Lemkau und lächelt. Ihr Mann ergänzt: „Das Bild hing jahrelang im Keller – einen so schönen Platz wie hier hatte es noch nie.“

Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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