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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Schnack am Wochenende: Vom Glück in Bergedorf

24.11.2018

Bergedorf Wie sagte einst Franz Beckenbauer so schön: „Ja, is‘ denn heut’ schon Weihnachten?“ Wer die vielen Kartons im Flur von Susanne Oehlmann-Struthoff (50) sieht, könnte in der Tat glauben, die Bescherung stehe kurz bevor. Diese Kartons sind für Kinder, die ansonsten kein Weihnachtsgeschenk bekommen würden.

Seit fünf Jahren ist bei der Bergedorferin Susanne Oehlmann-Struthoff eine Sammelstelle für die Aktion: „Weihnachten im Schuhkarton“. Susanne muss alle angelieferten Geschenke kontrollieren, denn diese werden genau aufgeteilt nach Alter und Geschlecht der beschenkten Kinder. In diesem Jahr kann Susanne 240 Päckchen weiterleiten.

„Diese ehrenamtliche Aufgabe mache ich sehr gern, weil es hier um bedürftige Kinder geht“, erzählt Susanne. Schon als kleines Kind war sie sozial eingestellt. Ihre gebastelten Sachen wurden verkauft und den Erlös spendete sie zum Beispiel für die Aktion: „Brot für die Welt“. Die ersten sechs Jahre ihres Lebens verbrachte Susanne Baden, so ihr Mädchenname, in Bergen bei Celle. Dann zog Familie Baden nach Bispingen in der Lüneburger Heide, ihr Vater konnte dort als Pastor eine neue Pfarrstelle antreten. War am Sonntag Gottesdienst, dann konnten die Eltern die kleine Susanne nicht allein zu Hause lassen. „Ich habe mir in der Kirche eine Ecke gesucht und gemalt“, lächelt Susanne.

Ansonsten konnte es ihr aber nicht turbulent genug zugehen. „Wir wohnten im Pfarrhaus und das war immer ein ,Haus der offenen Tür’“, erinnert sich Susanne. Sie war immer mittendrin. „Mit meinen Freunden habe ich viel unternommen. Computer gab es ja noch nicht!“ Susanne tobte nicht nur mit Begeisterung draußen herum, sondern hatte auch eine Vorliebe für Musik. Sie lernte Flöte, Gitarre und Trompete und war Mitglied im Posaunenchor.

Schon während ihrer Schulzeit hatte sie sich auf zwei Berufe festgelegt: Hebamme oder Kinderkrankenschwester, denn Kinder hatten es ihr schon immer angetan. Ein Schulpraktikum machte sie als Kinderkrankenschwester und das war genau das, was sie wollte. Nach ihrem Abschluss an der Realschule begann Susanne im Krankenhaus in Rotenburg/Wümme eine Ausbildung in ihrem Traumberuf. Obwohl sie dort auch Leid hautnah miterleben musste, hatte sie nie Zweifel an ihrer Berufswahl.

Auch nach der Ausbildung hätte sie in diesem Krankenhaus als Kinderkrankenschwester weiterarbeiten können. Susanne wollte aber lieber einen Arbeitsplatz nahe an ihrem Heimatort Bispingen. Sie arbeitete dort dann als Krankenschwester in der Gelenkchirurgie, in der ambulanten Krankenpflege und in der Altenpflege. Auch privat hatte sich einiges getan. Sie hatte geheiratet und die Kinder Martin und Marina bekommen.

Nach der Trennung fand sie ihr neues Glück im Internet: Ein Landwirt aus einem kleinen Ort in der Gemeinde Ganderkesee hatte es ihr angetan. Das erste Treffen fand noch auf neutralem Boden in Verden statt. Beiden wurde schnell klar: „Wir haben uns gesucht und gefunden.“ Nun wollte Susanne die Heimat von Jürgen (Struthoff) kennenlernen. Ihr erster Besuch war ausgerechnet am Tag nach dem Faschingsumzug. „Wie sehen denn hier die Straßen aus“, war die erste Reaktion von Susanne. Jürgen erklärte ihr, dass Ganderkesee an einem Wochenende im Jahr in einem Ausnahmezustand ist.

Im Jahr darauf (2002) packten Susanne und ihre beiden Kinder die Koffer und zogen mit Jürgen zusammen. „Wir wurden sehr herzlich in Bergedorf aufgenommen und haben uns gleich wohl gefühlt“, schwärmt Susanne noch heute. 2003 wurde geheiratet, noch im selben Jahr wurde Fabian (15) und zwei Jahre später Tobias (13) geboren. Tochter Marina hat Susanne mittlerweile zur Oma gemacht und Sohn Martin arbeitet auf dem landwirtschaftlichen Betrieb seines Stiefvaters gerne mit.

Auch Susanne hatte vom ersten Tag an Spaß an der Arbeit auf einem Bauernhof. In den ersten Jahren war morgens und abends das Melken der Kühe angesagt, heute wird dieses von einem Melkroboter erledigt. Die Aufzucht der Kälber liegt aber immer noch in Susannes Händen.

Das Ehepaar ist natürlich an den Betrieb gebunden, aber dennoch ist es für beide wichtig, einmal im Jahr für eine Woche mit der Familie in Urlaub zu fahren. Falls dann noch Zeit bleibt, unternehmen Susanne und Jürgen übers Wochenende auch schon mal eine Städtereise. Ehrenamtlich engagiert sie sich bei den Landfrauen, wo sie in einem Fachausschuss ist, und betreut zusammen mit Linda Timmermann und Heike Kroog die plattdeutsche Jugendgruppe: „Die Koppelkinner“. Ganz wichtig ist dem Ehepaar Struthoff das schöne Dorfleben in Bergedorf. Hier sind die beiden nicht nur dabei, sondern immer mittendrin – wie in Bergedorf so üblich.

Susanne Oehlmann-Struthoffaus Bergedorf, die Pakete für den Verein „Geschenke der Hoffnung“ sammelt

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