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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Betriebe besichtigen

15.04.2019

Mit Helm, Schutzbrille und Schutzmaske ausgestattet, haben die Großenkneter Landfrauen und einige Gäste die Erdgasaufbereitungsanlage von Exxon-Mobil-Production in Sage besichtigt. Seit 1972 wird hier das in der Region geförderte Sauergas gewaschen, bevor es für den Endverbraucher eingespeist werden kann. Der dabei in großen Mengen anfallende Rohstoff Schwefel findet Verwendung in den chemischen Fabriken, zum Beispiel bei der Herstellung von Düngemitteln, Farben und Lacken.

Wie dieser Reinigungsprozess vonstatten geht, erklärten Hans-Herrmann Nack (Unternehmenssprecher) und Mirco Meyer von Exxon Mobil anhand von Grafiken und Schaubildern bei Kaffee und Tee im Besucherraum, bevor die Teilnehmer mit Helm und sonstigen Sicherheitsvorkehrungen durch die riesige Anlage geführt wurden.

Nack und Meyer erklärten alles, was zu sehen und zu hören war: Die unendlich vielen Rohrleitungen, Begriffe wie Sulfinol- und Claussanlage, und die 2014 gebaute hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungsanlage. Ein Blick in die Messwarte rundete das Bild ab. Von dort aus wird das gesamte System, der gesamte Prozess auf großen Bildschirmen rund um die Uhr überwacht. Die Erdgasaufbereitungsanlage ist ein Arbeitgeber für viele Menschen sowie Ausbildungsstätte, zum Beispiel für angehende Mechatroniker.

„Vom Besuch bei der Exxon Mobil waren alle Teilnehmer sehr angetan“, berichtet Landfrauen-Vorsitzende Elvi Gallus. „Von der Dimension der Anlage, der unglaublichen Technik, den Standards der Sicherheit, und, und, und. Es wurde lebhaft diskutiert, auch Fragen zum Thema Fracking Umweltschutz allgemein wurden beantwortet.“

Besuche bei Betrieben in der Gemeinde Großenkneten unternimmt Bürgermeister Thorsten Schmidtke regelmäßig. Es geht ihm darum, aus erster Hand zu erfahren, was vor Ort gemacht wird, wie sich die Zukunftsperspektiven darstellen und wo womöglich der Schuh drückt. Immer wieder ist Schmidtke auch auf landwirtschaftlichen Höfen zu Gast, so jetzt zusammen mit Bauamtsleiter Erhard Schröder bei Gerd und Ingrid Künnemann in Döhlen. Es handelt sich um einen klassischen Familienbetrieb. Rund 210 Hektar werden bewirtschaftet, davon 50 Hektar in Eigenbesitz, ansonsten gepachtet. Gerste, Tricitale, Weizen und Mais werden angebaut und für die Schweinemast (1300 Tiere), die Mastelterntierhaltung und die Biogasanlage eingesetzt. Auf zehn Hennen kommt ein Hahn: So werden bei rund 30 000 Tieren im Schnitt 22 000 Eier pro Tag gelegt, von denen der ganz überwiegende Teil als Bruteier an eine große Brüterei im Emsland geht.

Der Döhler Betrieb ist über die Jahre kontinuierlich gewachsen. Er verfügt über eine Biogasanlage (250 kW) und Solaranlage. Generell berichtete der 59-jährige Künnemann vom Kosten- und Preisdruck sowie immer mehr steigenden Auflagen und rechtlichen Vorgaben, die den Betrieb zusehends erschwerten. Dazu komme der hohe Dokumentationsaufwand, gerade bei einem breit aufgestellten Betrieb wie dem Döhler.

Die Familie beschäftigt zwei Mitarbeiter sowie ab August wieder einen Auszubildenden. Erfreulich für die Künnemanns: Mit Sohn Tim (25) steht ein Nachfolger bereit, der den Hof übernehmen möchte. Er hat Agrarwissenschaften studiert und steigt jetzt in den Betrieb ein. „Da kommt einiges auf ihn zu“, so Künnemann durchaus mit Skepsis in der Stimme über die Zukunftsaussichten in der Agrarwirtschaft. Aktuell sind es noch fünf Betriebe in Döhlen, sein Großvater habe noch von 30 erzählt, verdeutlichte er den Strukturwandel.

Der Klimawandel mit extremen Wetterlagen ist für Künnemann nicht zu übersehen. „Noch ein so trockenes Jahr darf nicht kommen“, meinte er mit Blick auf die erheblichen Ernteeinbrüche in 2018. Sonst könne es massive Probleme geben. Gegenüber der geplanten Steuerung des Neubaus von Tierhaltungsanlagen in der Gemeinde zeigte sich Künnemann offen.

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